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Fuß-Streife auf dem Parkfriedhof

31.10.2011 | 12:13 Uhr
Fuß-Streife auf dem Parkfriedhof
Bezirksbeamtin Beate Kohlhaas auf dem Parkfriedhof

Weddinghofen.   Herbstlich gefärbte Bäume, so weit das Auge blickt. „Da! Ein Eichhörnchen, und noch dazu ein helles!“ Beate Kohlhas ist begeistert: „Verstehen Sie, warum das mein Lieblingsort ist? Ist das nicht schön hier? Und so friedlich.“

Herbstlich gefärbte Bäume, so weit das Auge blickt. „Da! Ein Eichhörnchen, und noch dazu ein helles!“ Beate Kohlhas ist begeistert: „Verstehen Sie, warum das mein Lieblingsort ist? Ist das nicht schön hier? Und so friedlich.“

Die 45 Jahre alte Polizeibeamtin ist auf dem Parkfriedhof in Weddinghofen unterwegs. Doch Gräber sind auf den ersten Blick gar nicht zu sehen. Nur Bäume, Wiesen und Spazierwege. Auf diesen kommt der Beamtin ein älteres Ehepaar entgegen: „Hallo Beate.“

„Mich kennt hier fast jeder“, schmunzelt die Bezirksbeamtin. Kein Wunder. An nahezu jedem Wochentag ist sie in ihrem Bezirk unterwegs. Oft zu Fuß. Manchmal steigt sie aber auch auf einen der beiden Polizei-Motorroller.

Für etwa 10.000 Einwohner ist jeder der insgesamt fünf Bezirksbeamten der Polizei zuständig. Beate Kohlhas „betreut“ Heil, Teile der Stadtmitte und Oberadens, und Weddinghofen. Dort ist sie auch regelmäßig auf dem Parkfriedhof unterwegs. Und das findet Anklang. „Gerade die alten Menschen fühlen sich hier sicher, wenn sie mich sehen“, sagt die Beamtin. Natürlich könne sie nicht verhindern, dass manchmal Schalen von Gräbern verschwinden. „Auch vom Grab meiner Mutter ist eine Laterne gestohlen worden.“ Gerade deshalb verstehe sie den Zorn der Menschen. „Da geht es gar nicht um den materiellen Verlust, sondern um das Gefühl der Machtlosigkeit und um eine Störung der eigenen Trauer.“

Schlimmeres jedoch hat sie hier glücklicherweise auf dem Friedhof noch nicht erlebt, auch wenn sie zur Sicherheit immer eine dicke Schutzweste unter ihrer Uniformjacke trägt. Selbst die oft so beklagten freilaufenden Hunde hat sie noch nicht gesehen. Dagegen aber Taschen, die unbewacht am Grab stehen oder im Auto liegen. „Da kann ich dann nur warnen. Für Diebe ist das ja eine regelrechte Einladung.“

Meist nehmen die Senioren den Rat gerne an, manchmal bleibt Zeit für ein Pläuschchen auf der Parkbank. „Das ist das Schöne an meinem Beruf. Ich kann mir die Zeit einteilen und mir die Zeit auch nehmen für solche Gespräche“, erzählt die Polizistin.

Das war nicht immer so. Nach dem Fachabitur und der Ausbildung auf der Polizeischule in Bork folgten Einsätzen bei der Hundertschaft und der Kölner Polizei sowie 14 Jahre bei der Dortmunder Polizei. Auf dem Motorrad war Beate Kohlhas Verkehrssündern auf der Spur. „Wenn man ein Bußfeld ausstellt, ist man natürlich nicht sehr beliebt“, erinnert sie sich. Vor fünf Jahren ließ sie sich in ihre Heimatstadt versetzen, konnte hier nach kurzer Zeit in den Bezirks- und Schwerpunktdienst wechseln. Jetzt arbeitet sie quasi auf der Straße. „Das ist das Schönste, das ich je gemacht habe. Ich würde es immer wieder tun“, schwärmt die Beamtin. „Jetzt kann ich mich ganz und gar mit meinem Beruf identifizieren.“

Immer hat sie ein Hundeleckerchen in der Tasche, was sich sogar schon in der Hundewelt herumgesprochen hat. Bonbons für Kinder hat sie auch dabei. Und wenn kleine türkische Jungs sagen: „Deine Uniform ist ja cool. Bist du die Polizei?“, nickt sie begeistert.“

„Normalerweise sollten mich alle Menschen in meinem Bezirk kennen“, sagt Beate Kohlhas. Mit den Schulanfängern übt sie Verkehrserziehung, In den weiterführenden Schulen ist sie in den 5., 7. und 9. Klassen zu Gast. Ebenso in Seniorentreffpunkten..

„Ich würde es
immer wieder tun“

Beate Kohlhas bietet sich immer wieder als Ansprechpartnerin an. Mit Erfolg. Auch von den oft als schwierig geltenden Jugendlichen wird sie akzeptiert. „Nein, ich bin noch nie von Jugendlichen böse angegangen worden“, schildert Beate Kohlhas. „Und auch nicht von anderen Bevölkerungsgruppen“. Damit dies so bleibt, ist sie unterwegs. In Geschäften, im Kiosk an der Ecke, in der alevitischen Gemeinde, in der türkischen Teestube. Und auf dem Parkfriedhof. „Sehen Sie, da ist ja schon wieder ein Eichhörnchen“, juchzt Beate Kohlhas.

Claudia Behlau

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