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Bayer-Schering Pharma

Erfolgreiche Pille in der Kritik

20.10.2009 | 19:30 Uhr

Bergkamen. Hervorragende Bilanzzahlen. Kräftige Neuinvestitionen. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise kamen aus dem Hause Bayer-Schering Pharma gute Nachrichten. Doch nun stellt ausgerechnet das eigene Erfolgsmodell dem größten Bergkamener Betrieb ein Bein:

die Antibabypille, deren Wirkstoffe in Bergkamen hergestellt werden.

Kamen, Anti-Babypillen Jasmin und Jasminell

Die Pillen aus der erfolgreichen „Yasmin-Familie” – unter anderem Yasmin, Yasminelle oder Yaz – sorgen in Deutschland, aber auch in Holland und Dänemark für negative Schlagzeilen. Angeblich besteht nach Einnahme dieser Verhütungsmittel ein erhöhtes Thrombose-Risiko. Mehrere Studien wurden veröffentlicht, in denen den Pillen mit dem Wirkstoff Desogestrel nachgesagt wird, dass das Risiko einer Blutgerinnsel-Bildung um das bis zu Fünffache steige.

Von Behinderungen und

Toten ist die Rede

Und nicht nur das: Es werden Fälle von schwerbehinderten Frauen gemeldet. Sogar von Todesfällen ist die Rede.

Eine Fernsehsendung nach der anderen (WISO, markt, Mona Lisa) greift das Thema auf. Viele Frauen sind verunsichert. „Das war die letzte Packung Yasminelle, die unsere Tochter geschluckt hat”, sagte gestern ein empörter Vater in unserer Redaktion.

Doch bislang sorgen die aktuellen Nachrichten nicht für einen Rückgang der Produktionsmengen in Bergkamen. Im Werk an der Ernst-Schering-Straße herrscht keine Unruhe. „Bei uns ist noch nichts angekommen”, sagte gestern Jürgen Bosüner, Sprecher des Bergkamener Werks. Ohnehin entscheide man in Bergkamen nicht selbst über die zu produzierenden Mengen. Man erhalte vielmehr von Bayer in Berlin genaue Mengenvorgaben. Und die seien unverändert, versicherte Bosüner.

Unverändert, das hieß für Yasminelle & Co. bislang „Schwindel erregende Zuwachsraten”. So hatte es der Bergkamener Werkleiter Dr. Franz-Josef Renneke bei der Bilanzpressekonferenz im Mai begeistert ausgedrückt.

Mittlerweile hören sich die Statements aus dem Hause Bayer wesentlich nüchterner an.

„Bayer nimmt jede Meldung über mögliche Nebenwirkungen ihrer Produkte sehr ernst und klärt diese (...) in enger Zusammenarbeit mit der Arzneimittel-Behörde (...) ab”, heißt es auf der aktuellen Internetseite. Und weiter: „Das Sicherheitsprofil der von Bayer vertriebenen hormonellen Verhütungsmittel wird (...) laufend weitweit überwacht.”

In der Diskussion ist aber dennoch eine Veränderung der Risiko-Hinweise auf den Beipackzetteln.

Claudia Behlau

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Kommentare
21.10.2009
08:15
Erfolgreiche Pille in der Kritik
von alter Scheringianer | #1

Ich arbeite seit 1992 in dem Werk.Es gab immer wieder auf und ab´s.Jetzt sind wir mal wieder auf einem ab angekommen.Es wird alles immer so hochgeschaukelt.Auf dem Beipackzettel jedes Medikaments stehen Nebenwirkungen.Die man sich vor jeder Einnahme durchlesen sollte und um dann für sich zu entscheiden ob ich das verschriebene Medikament dann trotzdem nehme.
Bei den ganzen WirrWarr um die ABP kann ich das nicht ganz nachvollziehen.Die Thrombosegefahr und die anderen Nebenwirkungen stehen auf den Beipackzetteln der ABP.
Ich nehme die Frauenärzte in die Pflicht um genau zu prüfen um dann zu entscheiden,welche ABP,welcher Frau verschriebe wird.Die Gefahr von Thrombose bei Einnahme einer ABP kann man auch positiv beeinflussen als Frau.Übergewicht reduzieren,gesünder leben etc.pp.
In erster Linie sollte aber der Arzt entscheiden,was eingenommen werden kann.Ich hoffe nicht,das es schon wieder so ein Rattenschwanz wie 2004-2005 im Werk gibt.Was da passiert ist, wissen die meisten ja.
In diesem Sinne,hoffen wir das Beste.Es hängen verdammt viele Familien daran.

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