Ehrenamtliche Paten als „Familien-Zuwachs“
12.01.2011 | 16:57 Uhr 2011-01-12T16:57:00+0100
Bergkamen. In Worte sind sie bereits gefasst. Jetzt sollen sich die „Familienpaten“ als Antwort auf die Kinderarmut im richtigen Leben bewähren. Beim ersten Runden Tisch gegen Kinderarmut im neuen Jahr ging die Konzeptidee in eine konkrete Konzeptrealisierung über. Einzelne Arbeitsgruppen machen sich jetzt daran, Sponsoren und Geld, inhaltliche Details und Menschen für das ehrenamtliche Projekt zu finden.
Die Idee und das Ziel sind schon längst konkret. Ehrenamtliche Familienpaten sollen Kindern von null bis drei Jahren und ihren Familien dann begleitend zur Seite stehen, wenn Hilfe nötig ist. „Darunter ist keinesfalls professionelle Hilfe, sondern eine vorbeugende Stärkung der Familiensituation zu verstehen“, konkretisierten Diakoniepfarrerin Anja Josefowitz und Pfarrerin Petra Buschmann-Simons das von einem Arbeitskreis erarbeitete Konzept. Das Familienbüro im Bodelschwinghhaus in Person von Sonja Werner wird anfangs die Nahtstelle sein, die den Kontakt zu den Familien herstellt. Vorerst ist das Projekt auf drei Jahre angelegt.
Darin ist auch die Ausbildung der ehrenamtlichen Paten enthalten. Das Wissen und Know-How dafür stellen die Mitglieder des Runden Tisches wie die Diakonie Ruhr-Hellweg, der Bergkamener Verein für Kinder und Jugendliche oder die Familiäre Kindertagesbetreuung e.V. für Qualifizierung und Fortbildung bereit.
Vielfältige Begleitung
Längstens ein Jahr lang werden die Paten die betreffenden Kinder und Familien mit einer begrenzten wöchentlichen Stundenzahl begleiten.
Die möglichen Aufgabengebiete der Familienpaten reichen von der Begleitung bei Behördengängen und Arztbesuchen, der Unterstützung bei schwierigen Gesprächen etwa mit Vermietern oder dem Jugendamt, der Freizeitgestaltung mit den Kindern, praktische Unterstützung etwa beim Wirtschaften oder im Haushalt bis zum Unterstützung beim Knüpfen von sozialen Kontakten bis zur Stärkung des Selbsthilfepotenzials. Die Paten, die über erzieherische Erfahrung verfügen sollten, werden bei ihrer wichtigen Arbeit fachkundig begleitet. Außerdem soll ihnen ein Beirat aus Projektverantwortlichen unterstützend und beratend zur Seite stehen.
Die Sorge der Mitglieder des Runden Tisches drehte sich vor allem darum, zu verhindern, dass die Ehrenamtlichen nicht überfordert werden. Außerdem soll das Familienbüro sicherstellen, dass nicht ehrenamtliche Hilfe in Familien angeboten wird, wo eigentlich professionelle Unterstützung angezeigt ist.
Nun gilt es vor allem, Sponsoren und ehrenamtliche Paten für das ambitionierte Projekt zu finden und die Details der Ausbildung und künftigen Aufgaben zu klären. Die Stadt Bergkamen stellt bereits fünf Wochenstunden im Familienbüro zur Verfügung.
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