Die Zukunft kommt nach Rünthe
16.06.2010 | 17:50 Uhr 2010-06-16T17:50:00+0200Bergkamen-Rünthe. Rünthe startet in die Zukunft - oder anders ausgedrückt: Rünthe wird City 2020. Denn ab August werden in den Bürgersteigen Glasfaserkabel verlegt. Kostenpunkt der Maßnahme: rund 2,5 Mio Euro.
Knapp 3000 Rünther Haushalte erhalten dann endlich vernünftige Telekommunikationstechnik: Telefon, Internet und HD-Fernsehen auf höchstem Niveau und über nur eine Leitung. Lediglich ein 30 Millimeter großes Loch in der Hauswand ist nötig, um Mitglied der City 2020 zu werden.
„Im Moment ist die Not in Rünthe sehr groß“, sagte Roland Schäfer, Aufsichtsratsvorsitzender der Gemeinschaftsstadtwerke GSW, die gemeinsam mit der Firma Helinet das Glasfaserprojekt stemmen. Und die beiden Investoren wissen: Gerade beim Internet hapert es derzeit. Gerade deshalb werden wahrscheinlich die Computerfreaks begeistert zuschlagen, wenn ihnen künftig eine Übertragungsgeschwindigkeit von 100 Mbit pro Sekunde zugesichert wird.
Die ersten Rünther jedenfalls sind schon im City 2020-Fieber. Kein Wunder, haben die beteiligen Unternehmen doch in den vergangenen Tagen eine große, orangefarbene Marketingaktion gestartet. Brötchentüten, Blumenkübel an jeder Straßenecke, orangefarbene Fahnen, Bushaltestellen und Hauswände: Die Nachricht der „City 2020“ ist derzeit in Rünthe nicht zu übersehen. „Und jetzt wird auch das Geheimnis gelüftet, das hinter dem Begriff steht“, sagte Roland Schäfer am Mittwoch. Denn bis 2020 soll möglichst das gesamte Stadtgebiet über Glasfaser telefonieren, surfen und fernsehen können.
Los geht es im Sommer in der Mitte von Rünthe, im Halbjahrestakt sollen dann der südliche Teil und der Bereich nördlich der Marina-Nord folgen.
Lediglich hinter dem Gewerbegebiet Rünthe steht noch ein Fragezeichen. Dort rentiert sich das Projekt für die Anbieter nicht. Zu lange Strecken und zu wenig Firmen, lautete die Rechnung. Deshalb soll nun ein Förderantrag beim Land NRW und der EU gestellt, werden, um auch die Industriestraße in die Zukunft zu befördern.
Während der Bauarbeiten ist der Hausanschluss für die Hauseigentümer kostenlos. Eine Verpflichtung, auch Kunde zu werden (Installation kostenpflichtig) und das Glasfaserangebot aktiv zu nutzen besteht nicht. „Warum sollte man dieses Angebot also nicht nutzen?“, fragte Schäfer. „Man kann den Wert seines Eigentums steigern und die Kosten für einen späteren Anschluss (400 bis 600 Euro) sparen.“
Fragen aller Art werden beim City 2020-Fest am Dienstag (15 bis 19 Uhr vor der Bäckerei Holtmann) beantwortet. Eine wichtige Antwort gibt es schon vorab: Monatliche Gebühren von 29,95 Euro (Telefon und Internet, jeweils Flatrate) bzw. zuzüglich 10 Euro für TV kommen auf die City 2020-Interessenten zu. Weitere Zukunft inklusive: „Die Videokonferenz mit dem Arzt wird auch bald möglich sein“, schwärmte Helinet-Geschäftsführer Thomas Wald.
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