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Bald wieder Christuskirche in Rünthe?

30.05.2007 | 10:37 Uhr

Rünthe/Oberaden. (bc/FP) Eine faustdicke Überraschung gab es jetzt in Rünthe. Die evangelischen Christen in diesem Stadtteil können es sich durchaus vorstellen, ihre Lutherkirche umzutaufen. Und zwar in "Christuskirche."

Derzeit gibt es ein Martin-Luther-Haus in Weddinghofen. Ein Martin-Luther-Zentrum in Oberaden. Eine Martin-Luther-Kirche in Oberaden. Und eine Lutherkirche in Rünthe.

In Bergkamen luthert es also gewaltig. Und es wird noch mehr. Am 1. September bekommt Bergkamen zudem noch eine "evangelische Martin-Luther-Kirchengemeinde" - den lange vorbereiteten Zusammenschluss der derzeit noch eigenständigen Kirchengemeinden in Oberaden und in Rünthe (mit Heil).

"Das ist schon verwirrend" räumte ein Chormitglied am Mittwochabend bei der Gemeindeversammlung in Rünthe ein. Und so startete Superintendentin Annette Muhr-Nelson einen Versuchsballon. "Könnten Sie sich denn einen anderen Namen für ihre Kirche vorstellen?" Und promt kamen die durchaus wohlwollenden Zurufe: "Ja, Christuskirche. Das wäre schön. So eine hatten wir schon mal."

Pfarrer Uwe Rimbach schmunzelte leise vor sich hin. "Diesen Vorschlag hat unsere Projektsteuerungsgruppe auch erarbeitet." (Diese Steuerungsgruppe hat die vorbereitenden Arbeiten für die Fusion geleistet).

Rimbachs Oberadener Kollege, Pfarrer Reinhard Chudaska, staunte nicht schlecht. So friedlich und umgänglich hatten sich seine Oberadener Gemeindemitglieder in keiner Weise gezeigt. Ganz unverblümt war ihm in Oberaden mitgeteilt worden: "Wir wollen den Namen Martin-Luther-Kirche behalten. Sonst stimmen wir der Fusion nicht zu."

Die Zustimmung der beiden Gemeindeversammlungen (öffentliche Versammlungen für alle Gemeindemitglieder) ist jedoch Voraussetzung, damit die Landeskirche überhaupt den lange vorbereiteten Zusammenschluss der Kirchengemeinden genehmigt.

Diese Zustimmung der Gemeindemitglieder in Oberaden und Rünthe liegt seit Mittwoch vor, auch wenn die Versammlungen mit durchschnittlich 30 Besuchern (außer den Offiziellen) nicht sensationell gut besetzt waren. Doch nun kann alles seinen juristischen Gang gehen, damit der Zusammenschluss am 1. September vollzogen werden kann - und zwar unter dem Namen "Evangelische Martin-Luther-Kirchengemeinde Bergkamen".

Das Besondere in diesem Namen ist der Anhang 'Bergkamen'. "Der Zusatz 'Oberaden-Rünthe-Heil' wäre einfach zu lang gewesen", erläuterte Pfarrer Rimbach. Die Rünther Christen nickten verständnisvoll - und Pfarrer Chudaska staunte erneut. In Oberaden hatte es nämlich einige Stunden zuvor einige Vertreter gegeben, die lieber den Namen ihres Stadtteils im neuen Briefkopf gelesen hätten und erst in einer abstimmung "überzeugt" wurden.

Übrigens: Die Namen der beiden Kirchen bleiben unverändert. Erst einmal. "Wir kümmern uns jetzt um den Zusammenschluss - und danach sehen wir weiter", sagte Chudaska.

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