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Ehrenamt

Annelore Stephan AWO-Glückfee mit 84 Jahren

10.02.2012 | 16:41 Uhr
Annelore Stephan AWO-Glückfee mit 84 Jahren
Annelore Stephan von der AWO Bergkamen-Mitte

Bergkamen.   Annelore Stephan, kümmert sich mittlerweile seit 63 Jahren um ihre Mitmenschen. Sie ist seit der Gründung des AWO-Ortsvereins in den schweren Nachkriegsjahren ein Aktivposten.

Es ist ein kalter Nachmittag in Bergkamen. Die Frauengruppe der Arbeiterwohlfahrt trifft sich wie jeden Dienstag im AWO-Zentrum an der Pestalozzistraße. Bei Kaffee und Brettspielen wird locker geplaudert.

Fast jede aus der munteren Runde engagiert sich ehrenamtlich in Bergkamen, hilft bei Veranstaltungen der AWO oder ist Ansprechpartnerin bei Alltagssorgen.

Eine von ihnen, Annelore Stephan, kümmert sich mittlerweile seit 63 Jahren um ihre Mitmenschen. Sie ist seit der Gründung des AWO-Ortsvereins in den schweren Nachkriegsjahren ein Aktivposten. „Im Rückblick kommt mir das eigentlich gar nicht so lang vor“, erzählt die 84-Jährige, „aber die Zeit rennt doch recht schnell“.

Früh schon kam die rüstige 84-Jährige zur AWO. Kurz nach dem Krieg im Jahr 1948. „Meine Eltern halfen damals mit, Steine aus den Trümmern des Krieges für ein neues Gebäude der AWO zu sammeln und hier den Berg hinauf zu schleppen“, erzählt Annelore Stephan. Sie konnte damals bei der schweren körperlichen Arbeit nicht mithelfen, da sie ihr erstes Kind erwartete. Aber sie begann damals, den Menschen, die aus den deutschen Ostgebieten flohen, zu helfen.

„Das war selbstverständlich für uns. Vor allem Tipps für den Alltag wie Arztbesuche oder Behördengänge haben wir gegeben“, erzählt die gebürtige Bergkamenerin. Auch Freundschaften haben sich damals zwischen ihr und den Flüchtlingen entwickelt, viele blieben in der Stadt und wurden so auch zu Bergkamenern.

Sich sozial zu engagieren war und ist für Annelore Stephan selbstverständlich. Lange organisierte sie für die AWO die Sommerferienreisen. Über zehn Mal war sie so mit großen Gruppen von bis zu 100 Kindern im Sauerland oder in der Lüneburger Heide.

„Ich wurde damals immer Tante von ihnen gerufen. Die war ich dann auch in Bergkamen für viele der Kinder. Wenn ich mit meinem Mann und meinem Sohn durch die Nordstadt ging, hörten die beiden das oft und wollten bald gar nicht mehr mit mir dort hingehen“, sagt Stephan lachend. Noch heute grüßen sie viele ihrer nun erwachsenen Kinder in der Stadt. „Aus diesen Fahrten hat sich dann auch eine Mädchengruppe entwickelt, die sich über zehn Jahre in den 1950ern und 1960ern zum Basteln, Singen und Malen getroffen hat. Einmal in der Woche trafen wir uns, das sind schöne Erinnerungen.“

Wann immer die AWO aktiv war, Annelore Stephan war fast immer dabei. Jahrelang auf den Sommerfesten der Arbeiterwohlfahrt, bei Karnevalsfeiern oder beim Einsammeln der AWO-Gebühren. „Damals sind wir noch von Haus zu Haus gegangen. Das war schon manchmal frustrierend, die Tür vor der Nase zugeschlagen zu bekommen. Aber die Spenden haben vielen Menschen geholfen“ erzählt Annelore Stephan.

Seit ihrem 80. Geburtstag vor vier Jahren ist sie nicht mehr als Helferin aktiv. Doch ganz „Nein“ kann sie natürlich nicht sagen. Immer wenn Not an der Frau ist, springt sie ein und hilft. So auch beim monatlichen Bingonachmittag, den sie moderiert und wo sie als Glücksfee die Zahlen zieht. „Ich hab eine laute Stimme, die gut zu hören ist“, erzählt sie lachend und fügt hinzu, „außerdem haben sich die meisten in unsere Gruppe nach all den Jahren auch längst an mich und meine Stimme gewöhnt“.

Lukas Peuckmann

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