„Aktifit“ für 3 € unterm Hammer
22.11.2011 | 16:21 Uhr 2011-11-22T16:21:00+0100
Bergkamen. Die ehemalige Oberadener Kleinschwimmhalle wird am 5. Dezember im Amtsgericht Kamen zwangsversteigert. Das Mindestgebot: 3 Euro
Während die Bergkamener Kommunalpolitik über das aktuelle Haushaltssicherungskonzept diskutieren und am 15. Dezember beschließen, haben die inzwischen zwei Jahre alten Sparpläne der Stadt am 5. Dezember beim Amtsgericht Kamen ein gerichtliches Nachspiel.
Dort steht die ehemalige Oberadener Kleinschwimmhalle im Rahmen eines Insolvenzverfahrens zur Zwangsversteigerung an. Zu haben ist es zum Mindestangebot von drei Euro. Doch wer hier ein günstiges Schnäppchen wittert, liegt völlig daneben. Die Gutachter, die sich die Kleinschwimmhalle und späteres „Aktifit“ genau angesehen hatten, konstatieren einen erheblichen Reparaturbedarf, dem unter wirtschaftlichen Aspekten nachgegangen werden könne.
Im Klartext heißt das: Die Bauexperten sehen keine andere Möglichkeiten als einen Abriss und Wiederaufbau eines neuen Gebäudes an gleicher Stelle direkt neben der Römerberg-Sporthalle. Die Abrisskosten und der Grundstückswert halten sich demnach die Waage.
Sollte am 5. Dezember tatsächlich ein neuer Eigentümer gefunden werden, wäre das das endgültige Ende der ehemaligen Oberadener Kleinschwimmhalle, deren Niedergang vor rund 15 Jahren mit dem ersten Haushaltssicherungskonzept der Stadt.
Damals wurde die durchaus beliebte Kleinschwimmhalle zu einem symbolischen Preis von einer Mark an Stephan Starzetz verkauft. Der verwandelte das Gebäude in ein gut nachgefragtes Fitnesszentrum. Bestandteil seiner persönlichen Wirtschaftlichkeitsberechnung war allerdings, dass die Stadt die Schwimmhalle für Unterrichtszwecke nutzt.
Im Frühjahr des vergangenen Jahres erhielt Starzetz Post aus dem Rathaus. Künftige werde die Kleinschwimmhalle nicht mehr für den Schwimmunterricht genutzt, hieß es in dem Schreiben. Dass sollte nur noch zentral im Hallenbad Bergkamen-Mitte stattfinden. Kämmerer Horst Mecklenbrauck hoffte so, im Bereich Schulschwimmen künftig insgesamt 168 000 Euro sparen zu können
Konsequenz für Stephan Starzetz war, das Aktifit zu schließen und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen. Dass er so auf eine Insolvenz zusteuert, war ihm damals völlig klar.
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