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Bergkamen

350 gestochen scharfe TV-Programme

27.09.2007 | 18:20 Uhr

Bergkamen. (hb) Internet auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke: Die Zukunft der Telekommunikation, inklusive des Fernsehens mit gestochen scharfen Bildern, soll im November für die Gewerbetreibenden, Bewohner und Hotelgäste in der Marina Rünthe beginnen.

Möglich macht das ein 1,5 Kilometer lange Glasfaserkabel, das die GSW zurzeit entlang des Hellwegs, Kanalstraße und Rünther Straße in Richtung Sportboothafen verlegen. Vor allem die Betriebe dort werden einen Quantensprung bei der Übermittlung von Daten erleben, denn bisher arbeiten die Adam Kühler-Fabrik, das Hotel oder beta in einem regelrechten Notstandsgebiet.

Teilweise sei dort die Übertragung von Bildern oder Bauzeichnungen übers Internet nur mit hohem technischen Zusatzaufwand nur sehr schleppend und manchmal auch gar nicht möglich, erklärten gestern GSW-Geschäftsführer Hermann-Josef Görres und Helinet-Geschäftsführer Jörg Radtke. Deshalb sei dieser Bereich für ein Pilotprojekt "ausgeguckt" worden, um die technischen Möglichkeiten und wirtschaftlichen Bedingungen dafür zu testen, danach weitere Teile des Bergkamener Stadtgebiets sowie in Kamen und Bönen mit einem Glasfaserkabelnetz zu überziehen.

Auf genaue Zeitangaben zu einer Flächenversorgung in den drei Kommunen wollte sich Görres gestern bei der Unterzeichnung des Vertrags zwischen GSWcom, Helinet und Stadt Bergkamen nicht einlassen. Entscheidungen würden erst künftig in den Gesellschafterversammlungen fallen, betonte er.

Bei positiven Beschlüssen können sich interessierte GSWcom-Kunden nicht nur auf ein superschnelles Internet, sondern auch auf Fernsehgenuss mit superscharfen Bildern freuen. Denn GSWcom will zur Hausversorgung nicht nur ein, sondern zwei dünne Glasfaserkabel legen: Eins ist für Internet und Telefon, das andere für TV. Rund 350 Programme, so der bisherige Plan, sollen zentral eingespeist werden.

Neben der Marina sollen zwei weitere dunkle Bereiche in der Rünther Internetversorgung bereinigt werden. Die reinen Bauarbeiten zur Glasfaserversorgung der Gewerbebetriebe entlang der Industriestraße sind inzwischen abgeschlossen. Entlang des Sandbochumer Wegs und im Gewerbegebiet Römerlager wird eine ganz andere Technik ausprobiert, die den schnellen Datenaustausch ermöglicht: "Powerline", das Internet über vorhandene Stromleitungen.

Die Stadt Bergkamen beteiligt sich mit einem kleinen Beitrag an dem Pilotprojekt Marina. "Ein schnelles Internet ist auch ein immer wichtiger werdender Standortvorteil", betonte Bürgermeister Roland Schäfer. Den habe die Telekom aus durchaus nachvollziehbaren Gründen nicht bieten können.

Apropos Telekom: Wie Görres gestern auch erklärtez bedeutet der Aufbau eines eigenen Glasfasernetzes bis hin zum Kunden auch ein gutes Stück Emanzipation vom ehemals staatlichen Monopolbetrieb, der immer noch den größte Teil der Telefonhausanschlüsse in Bergkamen unterhält.

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