Zimmereibetrieb mit einer langen Tradition

Markus Baumeister (links) hat die Schreinerei zum 1. Januar von seinem Vater Wolfgang übernommen.
Markus Baumeister (links) hat die Schreinerei zum 1. Januar von seinem Vater Wolfgang übernommen.
Foto: WP

Volkringhausen..  Wie lange es ihr Familienunternehmen schon gibt, das können sie gar nicht genau sagen: „Ab dem Jahr 1770 können wir die Geschichte zurückverfolgen“, sagt Wolfgang Baumeister (63). „Zu diesem Zeitpunkt sind beim Balver Stadtbrand allerdings alle älteren Unterlagen zerstört worden.“ Jetzt hat der Senior die Zimmerei in Volkringhausen an seinen Sohn Markus (39) übergeben: Seit Januar heißt der Betrieb nicht mehr Gebrüder Baumeister, sondern Baumeister Holzbau GmbH. Wolfgang Baumeister ist noch beratend tätig.

Lehre beim Vater gemacht

Der Handwerksbetrieb setzt auf Tradition. Wolfgang Baumeister hat bei seinem Vater gelernt, Markus ist bei Wolfgang in die Lehre gegangen. Beide haben ihren Meister in Kassel gemacht. 1981 hat Wolfgang Baumeister die Zimmerei gemeinsam mit seinem Bruder Josef vom Vater übernommen. In den Jahrzehnten hat sich auch im Handwerk viel verändert: „Heute ist fast alles computergesteuert“, sagt Wolfgang Baumeister.

Am Computer entwirft Markus Baumeister die Bauteile. Der PC ist mit der großen Maschine in der Halle verbunden, hier werden die Teile automatisch zugeschnitten. In der Halle steht die Abbundmaschine, die die Teile zurechtschneidet, sie ist hochmodern: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“, sagt Wolfgang Baumeister. Per Hand zu arbeiten, das lernen allerdings alle Lehrlinge auch heute noch.

Fichte sei das beliebteste Bauholz: Heute würde das Holz allerdings nicht mehr imprägniert wie früher, sondern komme bereits heruntergetrocknet in der Schreinerei an. Die Zimmerei beliefert Kunden in der ganzen Region, auch mit vormontierten Bauteilen: „Von Lüdenscheid bis ins Ruhrgebiet“, sagt Wolfgang Baumeister. So hat Markus Baumeister zum Beispiel auch den Dachstuhl für das neue Bahnhofsgebäude in Menden gemacht. Im Mendener Ortsteil Bösperde arbeitet das Team derzeit am Ausbau des U3-Bereiches.

Ein Tiefpunkt in der Geschichte der Zimmerei war ein Brand im Februar 2009. Einbrecher waren ins Büro eingestiegen, hatten dort keine Beute gemacht und dann ein Feuer gelegt. Obwohl die Feuerwehr schnell vor Ort war, brannte das Büro komplett aus. „Die Täter hat man nie erwischt“, sagt Markus Baumeister. Nach dem Brand entstand der Büroneubau an der Straße Zum Wieloh.

Und wie sieht es mit der nächsten Generation Baumeister aus? Wird die auch ins Zimmerei-Geschäft einsteigen? Markus Baumeisters Töchter sind jetzt sechs Jahre, haben also noch viel Zeit bis zur Berufswahl: „Aber Zimmerfrauen gibt es ja auch“, zeigt sich Wolfgang Baumeister optimistisch.

„Kein Fachkräftemangel“

Das Zimmerei-Team besteht aus neun Mitarbeitern, ein Lehrling im zweiten Lehrjahr wird derzeit ausgebildet.

Passende Bewerber für Lehrstellen zu finden, sei kein Problem.

Und auch der Fachkräftemangel, den insbesondere andere Handwerksbetriebe in der Region beklagen, kann die Schreinerei für sich noch nicht erkennen: „Unsere Mitarbeiter sind zum Teil ja schon viele Jahre bei uns“, sagt Markus Baumeister.