Zentrales Blockheizkraftwerk in Balve in Planung

Die Teilnehmer an der Fahrt nach Saerbeck.
Die Teilnehmer an der Fahrt nach Saerbeck.
Foto: WP

Balve/Saerbeck..  Solaranlagen auf den Dächern, eine gläserne Heizzentrale mit 850-Kilowatt-Leistung und befeuert mit Holzpeletts sowie ein Bioenergiepark auf einem 90 Hektar großen Gelände eines ehemaligen Munitionsdepots der Bundeswehr: Dass die Gemeinde Saerbeck auf einem sehr guten Weg ist, bis 2030 den Umstieg auf regenerative Energien zu realisieren, davon überzeugten sich die 24 Teilnehmer des Kolpingforums vor Ort im nördlichen Münsterland. Mit im Gepäck immer die Frage, ob die Energiewende auch in Balve möglich ist. „Ja“, sagt Kolping-Vorstandsmitglied Hermann Krekeler. „Wenn die Politik gewillt ist und die Menschen mit ins Boot nimmt.“

Energie- und CO2-sparende Modelle sind in Balve nicht neu bzw. in Planung. Krekeler nennt das Schulzentrum, das mit einer Hackschnitzelanlage befeuert wird, und den Wunsch der Kirchengemeinde St. Blasius, neben dem Neubau des Katholischen Jugendheimes auch ein Blockheizkraftwerk zu installieren, das Strom und Wärme erzeugt. „Ich kann das bestätigen“, sagt Martin Gruschka, 2. Vorsitzender des Kirchenvorstandes, auf WP-Nachfrage. Der zentrale Standort eines Blockheizkraftwerkes könne zukünftig auch die Pfarrkirche, den Kindergarten, das Altenheim und den Gesundheits-Campus mit Strom und Wärme versorgen – und sogar das Hallenbad. „Existenziell für die Planung ist daher, was mit dem Hallenbad passiert und ob es langfristig betrieben wird“, sagt Gruschka. Für ein nachhaltiges Energiekonzept stehe die Kirchengemeinde im engen Kontakt mit Ernst-Reiner Schulte von der Stadt Balve.

Budget von einer Million Euro

Für den von der Kirchengemeinde befürworteten Neubau des Katholischen Jugendheimes ist ein Budget in Höhe von einer Million Euro ausgelobt, wobei mehr als 60 Prozent der Kosten das Erzbischöfliche Generalvikariat in Paderborn übernimmt. Ein Neubau am aktuellen Standort ist für die neun Architekten, die in dem ausgeschriebenen Wettbewerb antreten, aber nicht Pflicht. Das Preisgericht tagt am 7. Mai. Danach wird der Kirchenvorstand über den Zuschlag für den Neubau des Pfarrzentrums entscheiden. Mit der Baugenehmigung des Märkischen Kreises rechnet der Kirchenvorstand im ersten Quartal 2016. Ziel der Fertigstellung ist dann 2017.

Auch beim Thema Windkraft kann Saerbeck eine Vorbildrolle für Balve einnehmen. Bislang drehen sich in der Hönnestadt drei Windräder auf ausgewiesenen Flächen im Beckumer Feld und zwei weitere mit Einzelgenehmigungen auf dem Benkamp von Langenholthausen nach Neuenrade. Kolping-Vorstandsmitglied Hermann Krekeler sieht allen voran im Balver Wald noch Potenzial für die Ausweisung von Windenergieflächen. „Da muss aber die Bevölkerung mitgenommen werden, ansonsten erntet man Widerstand. Warum nicht einen Bürgerwindpark oder eine Energiegenossenschaft ins Leben rufen?“

„Positive Begleitung der Politiker“

Saerbeck, so haben die Teilnehmer am Kolpingforum erfahren, erzeugt zweieinhalb mal mehr regenerativen Strom als insgesamt im Ort verbraucht wird. Krekeler: „Da sind wir in Balve noch lange nicht.“ Seine Wünsche: Mehr Bürgerbeteiligung beim Klimaschutz, mehr Solarzellen auf Dächern („Warum nicht auf dem Rathaus?“) und auf Industrieflächen sowie eine „positive Begleitung der Politiker“.