„Wir sind alle traurig und enttäuscht“

Marga Drees.
Marga Drees.
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Was wir bereits wissen
Seit Jahrzehnten wird im Golddorf Karneval gefeiert. Ganz früher noch organisiert vom Sport- und Männergesangverein, hat seit langer Zeit die Katholische Frauengemeinschaft Mellen die Regie in der fünften Jahreszeit übernommen.

Mellen..  Als die jecken Weiber im Vorjahr entschieden, den Frauenkarneval nicht länger an einem Abend in der Woche, sondern erstmals an einem Sonntag zu feiern, schienen sie alles richtig gemacht zu haben. Denn die Nachwuchstalente vom „Jungen Gemüse“ sorgten bei mehr als 60 Frauen im Kaminraum der Schützenhalle für Lachfalten. Umso überraschender kam in dieser Woche die Nachricht, dass die für morgen geplante Karnevalsveranstaltung abgesagt wird. Der Grund: Zu wenige Anmeldungen. Die kfd-Vorsitzende Marga Drees steht mit ihrer Enttäuschung nicht alleine da.

Wie viele Anmeldungen lagen der Katholischen Frauengemeinschaft Mellen für Karneval vor?

Marga Drees: Die Anmeldefrist ging am Montag zu Ende, und bis dahin hatten sich lediglich 25 Frauen für die Karnevalsfeier angemeldet. Das sind viel zu wenige und rechtfertigt nicht den Aufwand der Theatergruppe, für die Verköstigung und die Musik von Alleinunterhalter Jörg Krause aus Menden.

Ist Ihnen und der kfd der Entschluss zur Absage schwer gefallen?

Natürlich. Wir sind alle traurig und enttäuscht, besonders die Theatergruppe. Sie hat seit Anfang Dezember wöchentlich geprobt, da kommen sehr viele Stunden zusammen. Und sie hat sich auf die lustige Veranstaltung im Kaminraum der Schützenhalle gefreut. So eine geringe Teilnahme haben die Theatermädels nicht verdient. Das tut mir leid.

Hat es Reaktionen auf die Absage der Karnevalsfeier gegeben?

Viele. Mich haben mehrere kfd-Frauen aus dem Stadtgebiet Balve angerufen und gesagt, wie schade sie die Absage finden. Da war überhaupt keine Häme dabei, sondern ausschließlich das Bedauern, dass so wenige Anmeldungen für die Veranstaltung vorliegen.

Welche Gründe hat die geringe Anmeldezahl?

Das ist eine gute Frage. Fakt ist, dass es von der jüngeren Generation und dem Mittelalter diesmal kaum Rückmeldungen gab. Wir werden das zunächst einmal sacken lassen, uns dann an einen Tisch setzen und über mögliche Ursachen sprechen.

Lag es womöglich am Programm?

Definitiv nein. Wir haben ein Organisationsteam um Hildegard Prumbaum, das sich stets rührselig um die Karnevalsveranstaltung kümmert. Das Programm war immer kurzweilig und unterhaltsam. Auch die Tanzgruppe aus Langenholthausen hat für Abwechslung gesorgt. Im Vorjahr hatten wir ja auch mehr als 60 Frauen im Kaminraum, die allesamt begeistert waren, ebenso wie wir mit der Resonanz. Nein, auf unsere Theatergruppe lasse ich nichts kommen.

Wird im nächsten Jahr ein neuer Anlauf unternommen?

Das wissen wir jetzt noch nicht und entscheiden darüber spätestens bis zum Herbst. Es gibt mehrere Optionen. Eine ist, mit den Meller Vereinen zu sprechen, um auch die Männer mit ins Karnevalsboot zu holen.

Hat die Katholische Frauengemeinschaft Mellen Nachwuchssorgen?

Gar nicht. Wir sind mit 140 Mitgliedern gut aufgestellt. Es besteht kein Anlass zur Sorge, dass wir in den nächsten Jahren Probleme bekommen könnten.

Trotzdem meldeten sich kaum Frauen für den Karneval an.

Abseits der Theatergruppe und des Vorstandes der kfd Mellen, der sich um das leibliche Wohl gekümmert hätte, wären es tatsächlich nur 25 Frauen gewesen, und das ist wirklich sehr schade.