Weihbischof steht Rede und Antwort
12.03.2009 | 17:44 Uhr 2009-03-12T17:44:00+0100Langenholthausen. Jugend ist an Kirche nicht mehr interessiert. Dies mag zwar sein, aber für den Raum Balve/Neuenrade/Menden trifft es derzeit nicht zu. Denn 100 junge Menschen, die sich intensiv auf die Firmung vorbereiten, besuchten am Mittwochabend die Jugendkirche Langenholthausen.
Waren es am Tag zuvor 60 Jugendliche, die den Weg nach L.A. gefunden hatten, durfte sich das Leitungs-Team am Mittwoch über 100 Jugendliche freuen. Denen wurden vor der Kirche die Augen verbunden, so dass sie gezwungen waren, mit Hilfe eines Roten Seils an den Altar zu gelangen. Diese Aktion stand im direkten Zusammenhang mit dem „Roten Faden”, den die Firmlinge für sich entdecken sollten. Ziel des Leitungsteams war es: „Die Jugendlichen sollen ihre eigene Lebensgeschichte vertiefen.” Das ist ihnen nach Einschätzung von Alexander Schulte (Pastoralverbund Oberes Hönnetal) auch gelungen.
Als gelungen kann auch der Dialog zwischen Weihbischof Hubert Berenbrinker und den jungen Leuten bezeichnet werden. Denn es war sehr schön anzusehen, wie bereitwillig der kirchliche Würdenträger, flankiert von Pfarrer Andreas Schulte, vom roten Sofa aus die vielen Fragen der Firmlinge beantwortete. Als jedoch ein junges Mädchen von ihm wissen wollte, ob er selbst schon einmal die Frage gestellt habe: „Warum hat Gott das zugelassen?”, herrschte bei der Antwort Stille in der Kirche. Denn der Weihbischof erzählte von einem 16-jährigen Jugendlichen, den er sehr gut kannte, und der an einem Aneurysma verstorben war.
Nach dieser bewegenden Antwort und dem Segen von Weihbischof Berenbrinker endete die 2. Liturgische Nacht mit Gebet und Gesang und dem Hinweis von Pfarrer Andreas Schulte, dass die Jugendkirche Langenholthausen heute ihre Fortsetzung findet. Ab 20 Uhr wird in der St.-Johannes-Kirche eine sogenannte „Nacht der Lichter” gefeiert. Diese Feier ist bei der ökumenischen Bruderschaft in Taizé/Frankreich entstanden, wo jedes Jahr tausende von jungen Leuten aus der ganzen Welt zusammenkommen, um als Christen miteinander zu leben, sich über ihren Glauben auszutauschen und zusammen zu beten.
Die „Nacht der Lichter” ist in Taizé das Samstagsabendgebet zur Feier der Auferstehung Jesu. Ein solches Abendgebet mit meditativen Gesängen aus Taizé soll heute in L.A. gefeiert werden. Es wird mit dem Einsingen um 20.30 Uhr eröffnet.
Das Gebet selbst beginnt um 21 Uhr und dauert etwa 45 Minuten. Es steht unter dem Leitwort: „Du suchst Gott — Gott sucht dich”. Im Anschluss werden unterschiedliche Möglichkeiten angeboten: unter anderem das Gebet vor dem Kreuz, Informationen in Film und Bild zu Taize´, Text- und Bildspots zum Nachdenken, meditatives Malen, Kerzen gestalten, offenes Singen und Spiele. Wer übernachten möchte, bringt sich bitte Schlafsack, Isomatte, Schlafsachen und Waschzeug mit. Die Übernachtung endet um 8 Uhr mit einem Morgengebet und anschließendem Frühstück. Eine Anmeldung ist nur für geschlossene Gruppen nötig ( 4969).
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