Waldbauern machen mobil gegen Pläne der Landesregierung

Philipp Franz zu Guttenberg.
Philipp Franz zu Guttenberg.
Foto: WAZ / FotoPool

Balve..  Die Waldbauern befürchten „katastrophale Einschnitte“ in die Bewirtschaftungsfreiheit des privaten Waldbesitzes, falls der Entwurf der NRW-Landesregierung zur Biodiversitätsstrategie in der jetzigen Form umgesetzt wird.

Kernpunkt der Kritik ist die Gefährdung der heimischen Holzwirtschaft durch Stilllegung von Waldflächen, übermäßige Ausweisung von Naturschutzgebieten und Anpflanzungsvorschriften, die nach Meinung der Waldbauern einen massiven Eingriff in ihre Eigentumsrechte als Privatwaldbesitzer bedeuten.

Um die Problematik zu erläutern und den Widerstand zu organisieren, lädt der Waldbauernverband NRW zu einer Landeskonferenz ein: Am Montag, 19. Januar, beginnt um 14 Uhr in der Stadthalle Werl die Veranstaltung zum Thema „Biodiversitätsstrategie NRW – Eine tickende Zeitbombe?“ Franz Schulte-Berge, Vorsitzender der Waldbauern im Märkischen Kreis, ruft die Mitglieder auf, sich dringend an der Informations- und Protestveranstaltung zu beteiligen. Schulte-Berge: „Der Wegweiser für zukünftige Naturschutzgesetze ebnet den Weg für immer weitere Eingriffe. Er ist völlig überflüssig.“

Laut Waldbauernverband hätten die jüngst veröffentlichten Daten der Bundeswaldinventur „eindrucksvoll bestätigt“, dass in der Forstwirtschaft in den seit Jahrhunderten nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in Deutschland die Artenvielfalt und die Naturnähe verglichen mit allen anderen Landnutzungsformen am höchsten sei. Franz Schulte-Berge: „Eine professionell praktizierte Waldnutzung durch Forstwirtschaft ist Waldpflege im Einklang mit der Fauna über Generationen.“

Zum Programm in Werl: Zunächst wird Philipp Freiherr zu Guttenberg, Vorsitzender AGDW, die Waldeigentümer die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt erläutern. Den Entwurf der Biodiversitätsstrategie NRW vorstellen wird anschließend Dr. Martin Woike. Fachlich beleuchtet wird der Entwurf auch von Professor Dr. Andreas W. Bitter, Leiter des Institutes für Forstökonomie und Forsteinrichtung der TU Dresden, und von Franz Prinz zu Salm-Salm, Waldbesitzer in NRW und Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Sachsen-Anhalt.