Vorfreude und Muffensausen wechseln sich ab

Freya Müller aus Langenholthausen beim Projekt TheaterTotal.
Freya Müller aus Langenholthausen beim Projekt TheaterTotal.
Foto: pr

Langenholthausen..  Freya Müller ist in Langenholthausen aufgewachsen, hat bei der Landjugend Ferienfreizeiten betreut und in Bielefeld Erziehungswissenschaften und Germanistik studiert. Seit vier Monaten nimmt die 23-Jährige am Bochumer Projekt TheaterTotal teil. Für viele ehemalige Absolventen war diese Ausbildung ein Karrieresprungbrett. Und auch die Langenholthauserin ist begeistert von den Möglichkeiten, die ihr das Projekt bietet. Im Gespräch mit dieser Zeitung gibt sie Einblicke und Ausblicke.

Frage: Sie nehmen an dem Projekt TheaterTotal in Bochum teil. Was hat es mit diesem Projekt auf sich?

Freya Müller: Das ist ein gemeinnütziges Theaterprojekt, das zehn Monate dauert und jedes Jahr rund 30 jungen Menschen die Möglichkeit bietet, die unterschiedlichsten Bereiche der Theaterarbeit kennen zu lernen. Da gehören Schauspiel und Tanz zu, aber auch Bühnenbau, Bühnentechnik und Kostümschneiderei. Zwischendurch haben wir auch einen Malworkshop oder erfahren, wie man eine Tournee organisiert. In den ersten eineinhalb Monaten erarbeiten wir eine Tanzperformance, die wir in Bochum aufführen. Und währenddessen lernen wir immer mehr und gehen später auf Tournee – dabei kommen wir auch nach Balve.

Wie kamen Sie in dieses Projekt?

Es gibt am Anfang einen Aufnahmeworkshop, an dem sich jedes Jahr hundert und mehr Interessenten beteiligen. Die ehemaligen Teilnehmer und die Dozenten schauen sich da zwei Tage lang an, wer mitmachen darf. Ich bin durch mein Germanistikstudium in verschiedene Theaterseminare reingerutscht, und das hat mich immer mehr interessiert. Nach meinem Bachelor wollte ich das noch intensiver machen und habe mich dafür beworben.

Was ist besonders an diesem Projekt?

Besonders ist, dass es so intensiv ist. Man hat den ganzen Tag Unterricht. Es geht morgens um 9 Uhr los – und man macht auch mal bis ein Uhr nachts durch. Selbst wenn man eigentlich schon um 18 Uhr Schluss hat, muss man danach noch weiter arbeiten -- entweder sich intensiver in die Rolle einarbeiten, oder Plakate entwerfen, und so weiter.

Wann dürfen sich die Menschen in Balve auf Ihren Auftritt freuen, und was erwartet die Besucher?

Wir werden am 11. Mai in der Aula des Schulzentrums das Stück „Böse Geister“ aufführen. Das ist ein russisches Stück von Fjodor Dostojewskij. Es geht um Intrigen und Neid und vor allem um die Frage „Wofür lohnt es sich zu kämpfen“. Im Moment sind wir noch total in der Erarbeitungsphase. Wir schauen uns das Buch an, auf dem das Stück dann basieren wird. Und das ist ein ziemlich dickes Buch mit über 900 Seiten. Wir versuchen gerade, die Essenz daraus zu quetschen und müssen ganz viel streichen.

Mit welchen Gefühlen blicken Sie der Aufführung in Balve entgegen?

Da wechseln sich Vorfreude und Muffensausen ab. Ich weiß halt noch nicht genau, wie das sein wird. Es ist ziemlich anstrengend, weil wir in den drei Tourmonaten ungefähr 50 Aufführungen haben und die ganze Zeit unterwegs sind und immer auf- und abbauen müssen. Aber es wird bestimmt interessant, da wir viele Leute kennenlernen werden und in Gastfamilien übernachten. Das wird aufregend. Die Tour führt uns durch ganz Deutschland. Wir gastieren in den Heimatorten der Teilnehmer. Da gibt es in NRW einige Aufführungen, aber wir fahren auch nach Berlin.

Wissen Sie schon, was nach dem Theater-Total-Projekt kommen wird?

Nach dem Projekt werde ich wahrscheinlich mit vielen neuen Ideen, neuen Eindrücken und ganz viel Energie meinen Master weiter machen. Hier lerne ich ganz viel Praktisches, das ich dann später auch als Pädagogin anwenden kann.