Vom Freund aus dem Wettbewerb getrickst
07.12.2009 | 16:27 Uhr 2009-12-07T16:27:00+0100
Balve/Köln. Im vergangenen Jahr noch Deutscher Meister der Freestyle-Kicker schied Dominik Kaiser aus Balve am Freitagabend im „Bootshaus” in Köln im Viertelfinale aus, und zwar gegen seinen Nachfolger und Freund Timo Löhnenbach.
Der 22-jährige Sportstudent, der das Duell gegen Dominik Kaiser mit 3:0-Jurystimmen für sich entschied, präsentierte sich an diesem Abend in glänzender Form. „Schade, dass wir schon so früh aufeinandergetroffen sind”, sagte der entthronte Titelträger aus der Hönnestadt, der seinem Freund den Triumph jedoch von ganzem Herzen gönnt.
WM in Südafrika
Schon in der Vorrunde habe sich abgezeichnet, dass Timo Löhnenbach heißer Anwärter auf den Sieg und damit auf die Fahrkarte zur Weltmeisterschaft der Fußball-Freestyler in Südafrika sei. „Deshalb bin ich auch nicht sauer, dass er mich schon im Viertelfinale rausgehauen hat. Im Vorjahr war es beim Deutschland-Finale in Berlin genau andersrum. Da habe ich im Halbfinale gegen ihn gewonnen”, erwies sich Dominik Kaiser als tadelloser Sportsmann, der im „Bootshaus” in Köln zahlreiche Freestyle-Fans hinter sich hatte.
Unter Wert verkauft
Einige von ihnen und auch Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski vom 1. FC Köln, der mit Florian Schuster und Mike Delaney die hochkarätig besetzte Jury bildete, waren der Meinung, dass der Titelverteidiger aus Balve sich im Viertelfinale unter Wert verkauft habe, weil er dem Publikum mit Timo Löhnenbach eine Duo-Show geboten hatte. Von dieser Erklärung für sein Ausscheiden wollte Dominik Kaiser aber nichts wissen. Er sah die Frage zwar als berechtigt an, aber für ihn steht der Teamgeist ohne Wenn und Aber im Vordergrund. „Wir United-Freestyler stellen uns mit unseren Tricks vor und wollen die Leute einfach nur sehr gut unterhalten. Auch am Freitagabend beim Red Bull Street Style Deutschland-Finale 2009 haben wir gezeigt, dass wir facettenreicher sind als andere Freestyler”, ließ Dominik Kaiser diese Zeitung wissen, nachdem er bis zum frühen Samstagmorgen mit seinem Freund Timo Löhnenbach dessen Titelgewinn in der Kölner City gefeiert hatte. „Ich habe zwar noch einen dicken Kopf, aber es war eine ganz tolle Nacht nach der Champagner-Dusche im Bootshaus", war der Fußball-Artist aus Balve sehr schnell über den verlorenen Titel hinweg.
Poldi drückt die Daumen
Gleich nach dem Wettkampf vor 600 Besuchern hatte Bundesliga-Profi Lukas Podolski den besten Freestylern des Landes Respekt gezollt. „Auch für mich als Fußballer ist es krass, was die Jungs alles drauf haben.” Der Nationalspieler, Jurymitglied von Red Bull Street Style, fügte hinzu: „Wer den Ball so beherrscht wie Timo, der hat auch bei der Freestyle-Fußball-Weltmeisterschaft sicher eine Chance auf den Titel. Ich drücke ihm auf jeden Fall die Daumen.“
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