Volkringhausen: Öffentliche Schlammschlacht vermeiden

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Volkringhausen..  Nein, es war keine außerordentliche Mitgliederversammlung. Der Vorstand der St.-Hubertus-Schützen Volkringhausen war am Sonntagvormittag bemüht, den Emotionen in der Schützenhalle die Spitzen zu nehmen. Eine außerordentliche Sitzung war es für den 1. Brudermeister Stephan Neuhaus nach Rücksprache mit dem Notar also nicht, sicherlich aber eine außergewöhnliche.

Im April hatte der bisherige Kassierer Daniel Strauß das Handtuch geworfen, aus „persönlichen Gründen“, was Raum für Interpretationen ließ. Stephan Neuhaus verlas vom Blatt die Mitteilung, die auch auf der Internet-Seite der Bruderschaft zu finden ist und mit der der Rücktritt von Daniel Strauß offiziell geworden war. Nun also sollte laut Tagesordnungspunkt 5 ein neuer Mann für die Kasse bestimmt werden.

Zuvor durchkreuzte aber Daniel Strauß selbst die Taktik des Vorstands, die Personalsache als formalen Akt zu inszenieren. „Leute, die vorher mit mir gern mal ein Bier getrunken haben, grüßen mich nicht einmal mehr“, brach es aus dem ehemaligen Kassierer heraus. „Ich möchte hier noch einmal klarstellen, dass rein gesundheitliche Gründe mich zum Rücktritt veranlasst haben.“ Betretenes Schweigen im Raum. Daniel Strauß ist sichtlich bewegt davon, dass er dies noch einmal vor der gesamten Versammlung ausführen musste.

Der Vorstand aber suchte eine öffentliche Schlammschlacht zu vermeiden, und Stephan Neuhaus verzichtete darauf, die Wortmeldung zu kommentieren. So konnte die Versammlung den Weg frei machen für einen Neuanfang: Der bisherige Kassenprüfer, Offizier Matthias Noll, übernimmt das Amt des Kassierers. Zuvor bescheinigen er und sein Co-Kassenprüfer Reiner Krause dem Vorgänger: „Die Kasse wurde einwandfrei geführt. Alle Zahlen stimmten.“

So konnte die Versammlung Daniel Strauß für seine Arbeit bis zum April entlasten, einen Kassenbericht für das gesamte Jahr gibt es dann wieder auf der Generalversammlung im Januar.

Zum Schluss gab es noch aus der Versammlung heraus ein kräftiges Dankeschön an den ehemaligen Kassierer Daniel Strauß. „Das Letzte, was ich wollte, war es, meine Bruderschaft im Stich zu lassen“, betont Daniel Strauß zum Ende noch einmal versöhnlich.

Schlussstrich ziehen

Bis zwischen altem und neuen Vorstand eine Brücke geschlagen ist, mag es noch etwas dauern. „Aber wir wollen nun einen Schlussstrich unter die Geschichte ziehen“, hieß es aus der Versammlung. „Wir sitzen jetzt hier wieder alle beieinander, und so soll es auch bleiben.“