Vier Flaschen Bier nicht genug für Vollrausch

Küntrop..  Zumeist ist ein Strafverfahren nach einer Trunkenheitsfahrt eine eher übersichtliche Angelegenheit. Das gilt vor allem dann, wenn es Laborwerte nach der Entnahme einer Blutprobe gibt, die in unmittelbarem Zusammenhang mit einer vorläufigen Festnahme entnommen wurde.

In einem Fall, der jetzt im Amtsgericht Altena verhandelt wurde, war es anders: 1,9 Promille wurden am 19. Dezember um 22.37 Uhr im Blut eines 31-Jährigen aus Balve gemessen. Doch da nicht Polizeibeamte, sondern andere Zeugen den Angeklagten am Steuer seines Autos gesehen hatten, kam es nicht nur auf die genaue Bestimmung des Zeitpunkts dieser Fahrt an.

Zu wenig Getränke vorhanden

Entscheidend war auch die Antwort auf die Frage, ob der Angeklagte zwischen seiner Ankunft in Küntrop und der Ankunft der von Zeugen alarmierten Polizei so viel Bier hätte trinken können, dass er erst nach seiner Autofahrt den kritischen Wert von 1,1 Promille, also den Zustand absoluter Fahruntüchtigkeit, erreicht hätte. Der Angeklagte bestritt den Vorwurf. Vor der Fahrt habe er zu Hause in Balve lediglich zwei Flaschen getrunken, versicherte er.

Erst nach der Ankunft in Küntrop habe er dann richtig zugeschlagen. „Der Wagen sollte über Nacht dort stehen bleiben.“ Sein Mitfahrer ergänzte: „Wir wollten nach Hause laufen.“ Nun gab es allerdings Höchstmengen an Bier, die am Zielort für den Konsum zur Verfügung gestanden hatten: Bis zu acht Flaschen in einem Stoffbeutel plus zwei Flaschen aus einem Kasten Bier, den der Angeklagte im Kofferraum hatte. Sein Mitfahrer erinnerte sich daran, dass er mehr getrunken hatte als der Angeklagte. Dieser habe auch nicht, so wie er selbst, nochhärtere Alkoholika getrunken, versicherte der Zeuge.

So blieben nur vier Bierflaschen für den Angeklagten, die nicht ausgereicht hätten, um ihn erst nach der Fahrt von bis zu einem Promille auf 1,9 Promille zu bringen. Mithilfe der Zeugen, die aus Sorge um den alkoholisierten Fahrer die Polizei gerufen hatten, wurde der Zeitpunkt der Fahrt präzisiert und korrigiert. Aber auch das änderte letztlich nichts an der Überzeugung von Richter Dirk Reckschmidt, dass der Angeklagte im Zustand absoluter Fahruntüchtigkeit unterwegs gewesen war.

Geldstrafe

Dafür gab es schließlich eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 30 Euro und eine fünfmonatige Sperrfrist für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis.