Urkundenfälschung: Attest selbst verfasst
30.05.2008 | 19:37 Uhr 2008-05-30T19:37:22+0200Menden/Balve. (pia) Angst vor einer Haftstrafe hatte eine heute 28-Jährige aus Balve: Wegen Betruges musste sie sich im Juli 2007 vor dem Amtsgericht Altena verantworten. Gestern stand sie allerdings vor dem Mendener Amtsgericht. ...
... Hier lautete die Anklage: Urkundenfälschung.
Um ihrer Gerichtsverhandlung in Altena zu entgehen, schmiedete die Mutter einen Plan: Wegen eines Unfalls wollte sie den Gerichtstermin verschieben. Im Internet bestellte sie sich einen Stempel mit dem Aufdruck "Klinikum Ingolstadt" und lud sich ein Attest-Formular herunter. Sie fälschte das ärztliche Attest und schrieb im Namen ihres Ehemannes einen Brief an das Gericht: Seine Frau habe einen Unfall gehabt, sei schwer verletzt und könne nicht zur Verhandlung erscheinen. Das Amtsgericht Altena verschob daraufhin den Verhandlungstermin - auf Kosten der Steuerzahler.
Der Stempelfirma kam die Bestellung aus dem fernen Balve dann doch etwas merkwürdig vor. Beim Klinikum in Ingolstadt erkundigte sie sich, es wurde Anzeige gegen die Balverin erstattet. Vor Gericht räumte die 28-Jährige ihre Taten gestern ein: "Ich war so dumm, habe es als einzige Möglichkeit gesehen, den Termin um ein paar Tage zu verschieben." Richter Festersen verurteilte die Frau, die Bewährungsversagerin ist, zu vier Monaten auf Bewährung sowie 150 Sozialstunden.
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