„Tonträger“ stellen ihr Können unter Beweis

Neuenrade..  Salopp könnte man sagen: Das wurde auch Zeit. 2008 gründete sich in Neuenrade der gemischte Chor Die Tonträger und erst am Sonntagabend fanden die überaus talentierten und mittlerweile mehrfach ausgezeichneten Musiker Zeit, sich in ihrer „Geburtsstadt“ zu präsentieren.

Eigentlich sollte sich das Ensemble von Marcel Buckert schämen, dass sie dem kulturverwöhnten Neuenrader Publikum diesen musikalischen Genuss so lange vorenthalten haben. Aber genug der Kritik: Die Tonträger haben sich am Sonntag revanchiert, stellten ein wunderbares Programm vor und stellten ihr Können eindrucksvoll unter Beweis.

Samtweicher Klangteppich

Sie legten einen samtweichen Klangteppich in der ausverkauften Villa aus, hatten sich als Aperitif ein Stück aus der Feder von Oliver Gies ausgesucht. „Nette Begegnung“ lautete der Titel und tatsächlich: Kaum zu glauben, dass sich Small-Talk-Ausschnitte zu so einem erfrischenden Text-Kollektiv aneinanderreihen lassen. Das Eis brach in Windeseile, das bunt gemischte Publikum fand den ersten musikalischen Gruß aus der Buckert-Küche offenbar köstlich.

Lateinisch ging es weiter, aber keineswegs so trocken wie es die mehr oder weniger tote Sprache vermuten ließ – mit dem Werk Audite Silete. Es folgte der Einstieg in die multimediale Welt der Unterhaltung. Zum Stück „Weit, weit weg“ von Lorenz Maierhofer spielte das Ensemble, das 2012 den Status des Leistungs- und 2013 dann den eines Konzertchores erreichte, Foto-Impressionen aus der Region ein und verstärkte damit nochmals die Wirkung ihres Auftrittes. Dass ein durchaus bekanntes Lied eine ganz andere Wirkung habe, wenn man sich mit dem Stoff intensiver auseinandersetze, erkannten die Tonträger als sie einen Hit aus den Achtzigern einstudierten. Cyndi Lauper sang damals Time after Time, ein Stück mit deutlich mehr Tiefgang als erwartet, erklärten die Musiker und baten das Publikum, sich nicht von den melancholischen Klängen „herunterziehen“ zu lassen. Gesagt, getan – das Publikum in der Villa genoss das Premierenkonzert der Tonträger offenbar in vollen Zügen, ließ sich vom dem Neuenrader Konzertchor und seinem ansprechend frischen Repertoire vortrefflich unterhalten.