Stadtverwaltung kassiert illegale Kleider-Container ein

Foto: Richard Elmerhaus

Balve..  Altkleider- und Schuhsammlungen scheinen ein sehr lukratives Geschäft zu sein. Denn in der Hönnestadt Balve werden immer mehr Sammel-Container von Gewerbetreibenden aufgestellt. Sehr zum Ärger der caritativen Verbände, die auf Textil- und Schuhspenden angewiesen sind, um Menschen zu helfen, denen das Geld für die notwendigsten Dinge des Lebens fehlen.

Entsorgung nicht so einfach

Da es in der Hönnestadt nach wie vor viele Bürger gibt, für die das Humanitäre und nicht das Finanzielle im Vordergrund steht, wenden sie sich mit Blick auf die gewerblichen Sammel-Container an die Stadt Balve, damit sie die Entsorgung übernimmt. So einfach, wie sich die Balver das vorstellen, ist es aber nicht, wie das Gespräch mit dem Stellvertretenden Kämmereileiter Ralf Runte zeigt. „Wir können nicht einfach mit unserem städtischen Bauhof anrücken und die Container mitnehmen. Denn wenn die Aufsteller eine Genehmigung vom Märkischen Kreis oder unserem Ordnungsamt nachweisen können, sind uns die Hände gebunden.“ Dies gilt für die Stadtverwaltung vor allem dann, wenn die Sammelbehälter auf Privatgrundstücken abgestellt worden sind, wie beispielsweise auf dem Sportplatz in Beckum, vor der Firma P & G oder auch im Bereich des REWE-Marktes (Hönnetalstraße). „Bei privatem Grund und Boden sind wir als Stadt Balve außen vor, da es den Gewerblichen nicht verboten ist, ihre Container aufzustellen, wenn sie mit den Grundstückseigentümern eine Vereinbarung getroffen haben“, sagt Ralf Runte.

Sisyphusarbeit

Nachdem Beschwerden über die gewerblichen Sammler im Rathaus eingegangen sind, machte sich Ralf Runte sofort auf die Suche nach den Aufstellern. Eine Sisyphusarbeit, denn außer einer Handy-Nummer – wenn überhaupt – gibt es keinerlei Möglichkeiten, mit den Eigentümern ins Gespräch zu kommen. „Wir rufen an, aber ans Telefon geht keiner. Wir versuchen es noch einige Male und wenn sich dann wieder keiner meldet und der Container steht auf städtischem Gebiet, dann wird er von uns einkassiert. Zuvor setzen wir uns aber mit dem Märkischen Kreis in Verbindung, um in Lüdenscheid zu erfahren, ob das Aufstellen des Containers von dessen Eigentümer angezeigt worden ist. Wir gehen stets auf Nummer Sicher, damit wir später keine Probleme bekommen, wenn wir auf Schadenersatz verklagt werden sollten. Bis heute hat sich aber niemand bei uns gemeldet, obwohl ein Container 1000 Euro kostet“, heißt es aus dem Rathaus.

Im Gespräch mit uns macht Ralf Runte aber deutlich: „Es ist grundsätzlich nicht so, dass die Gewerblichen keine Aufstellgenehmigung erhalten, weil die caritativen Verbände Vorrang haben. Beide besitzen das Recht, Kleidung und Schuhe mit ihren Containern einzusammeln.“