„Sperrung der Hönnebrücke eine Katastrophe“

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Was wir bereits wissen
Für die heimische Wirtschaft ist die Sperrung der Hönnebrücke in Sanssouci für Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen mehr als ein schwerer Schlag.

Balve..  „Das ist eine Katastrophe für uns“, sagt Martin Gruschka, Vertriebsleiter bei Chemie Wocklum. Nicht nur auf das mittelständische Unternehmen kommen mit der Sperrung, die Ende Januar eingerichtet und mindestens bis Juni dieses Jahres andauern soll, in Bezug auf Benzin, Lohn und Abschreibungen deutlich höhere Kosten zu. „Für 40 Kilometer mehr verlieren Lkw-Fahrer bis zu einer Stunde am Tag. Und wir müssen auch berücksichtigen, dass Lenkzeiten an enge gesetzliche Vorgaben geknüpft sind“, sagt Martin Gruschka.

Zwei großräumige Umleitungen sind geplant: Die eine – 34 Kilometer lang – führt aus Balve kommend über die Bundesstraße 229 nach Langenholthausen, weiter über die Landstraße 686 nach Amecke und Seidfeld bis Sundern. Von dort aus geht es über die L 519 nach Stemel und Hachen, wo Lkw-Fahrer auf die B 229 nach Enkhausen, Hövel und Beckum abbiegen müssen.

Die zweite Umleitung folgt in umgekehrter Reihenfolge über Beckum, Enkhausen, Sundern und Langenholthausen nach Balve. Sie ist 36 Kilometer lang, weil Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen an der Steigung in Langenholthausen nicht rechts nach Balve abbiegen, sondern geradeaus über Garbeck fahren sollen. Weil die schweren Lkw, vor allem Tankfahrzeuge, an der Steigung in L.A. oftmals Probleme mit der Anfahrt haben, soll an einem flacheren Stück eine Ampelanlage eingerichtet werden.

„Umfangreiche Beschilderung“

Die Argumentation, dass die Umleitungsstrecken von den Lkw-Fahrern nicht oder nicht rechtzeitig wahrgenommen werden, lässt Thomas Raithel, Projektleiter Bau von Straßen.NRW, nicht gelten. „Die Beschilderung wird so umfangreich sein, dass jeder, der aus Balve kommt, auch in Balve sehen wird, dass man nicht mehr weiter fahren darf“, stellt der Fachmann klar. Das tröstet Vertriebsleiter Martin Gruschka von Chemie Wocklum nicht. „Auf den Strecken Richtung Ostwestfalen und Ruhrgebiet trifft uns die Sperrung hart.“