Senioren feiern Wander-Jubiläum

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Volkringhausen..  Die Idee entstand aus einer Bierlaune heraus. An einem Freitagabend vor dem Schützenfest kamen die Senioren aus Volkringhausen zur Bierprobe vor der Hubertushalle zusammen. Dort verabredeten sie sich zum gemeinsamen Besuch des Schützenfestes in Mellen. Und weil ihnen auch im Golddorf die Geselligkeit viel Freude bereitete, beschlossen sie, sich im Haus Diepes zu treffen, um weitere Unternehmungen zu planen. Sie gründeten die Senioren-Wandergruppe, die ihr zehnjähriges Bestehen feiert.

Fahrten bis nach Düsseldorf

„Einen Leithengst gibt es bei uns nicht. Jeder ist mitverantwortlich“, erzählt Bernhard Neuhaus, der mit seinen 80 Jahren zu den Ältesten, aber auch zu den Aktivsten der Wandergruppe gehört. Wenn er an die vergangenen zehn Jahre denkt, fallen ihm spontan die Fahrt zum Düsseldorfer Landtag und die Besichtigung des Schieferbergwerkes in Bad Fredeburg (Stadt Schmallenberg) ein. „Aber jede Wanderung, jede gemeinsame Minute hatte etwas für sich“, sagt Neuhaus. Die Seniorengruppe aus Volkringhausen wird sich wieder am Dienstag, 10. Februar, um 17 Uhr im Haus Diepes treffen, um zu diskutieren, was zum 10-jährigen Geburtstag organisiert werden kann.

Die letzte Unternehmung ist noch gar nicht lange her. Viel gehört und gelesen hatten die Volkringhauser Senioren natürlich schon von der Pius-Kapelle auf dem Husenberg in Balve, mehrere hatten sie auch schon von innen gesehen. Aber geschichtliche Hintergründe plus eine kleine Führung ermöglichte ihnen jetzt der ehemalige Kirchenküster Reinhold Menke. Er berichtete über Vikar Christoph Adrian, der von 1869 bis 1886 an der Hönne als Priester wirkte, und anlässlich des 25-jährigen Papstjubiläums Pius IX. eine Kapelle errichten wollte. Das Datum 16. Juni 1871, das über dem Portal steht, erinnert an das Ereignis. Reinhold Menke zitierte auch Pfarrer Dr. Reinhard Richter mit den Worten: „Die Piuskapelle, heute von engagierten Gemeindemitgliedern gepflegt, ist ein Zeugnis des Balver Widerstands gegen preußisch-staatliche Bevormundung der Kirche. Für uns Mahnung, für die Freiheit des Glaubens einzutreten.“

Beeindruckt waren die Oldies aus Volkringhausen von der Ehrentafel, die, so erzählte Reinhold Menke, beinahe einmal im Sperrmüll gelandet sei. Betretenes Schweigen herrschte an den Kriegsgräbern neben der Pius-Kapelle, die Zeugnis der schrecklichen Weltkriege sind.

Als nachträgliches Geburtstagsgeschenk durften Bernhard Neuhaus und Co. anschließend in die Sebastianklause der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Balve. Konrad Betten führte die Gruppe durch die Klause. „Ein richtiges Schmuckstück“, lobte Heinz-Dieter Baumeister, der seit drei Jahren der Senioren-Wandergruppe aus Volkringhausen angehört. Zum Abschluss des Tages ging es in die Kasbar im Haus Drei Könige, die Gemütlichkeit ausstrahlt und in der sich die Oldies aus Volkringhausen nach Aussage von Heinz-Dieter Baumeister „pudelwohl“ fühlten.