Selbst der Einkaufszettel bekommt eine poetische Note

Frantz Wittkamp zieht sein bunt gemischtes Publikum in den Bann.
Frantz Wittkamp zieht sein bunt gemischtes Publikum in den Bann.
Foto: WP

Langenholthausen..  Inmitten zwischen Tierfreund-Plakat und der Wandtafel über die vereinfachte Ausgangsschrift stand der Wortakrobat Frantz Wittkamp am Pult des ehemaligen Klassenraums der Sokolade und ließ sie raus – seine in Gedichte und Geschichten gefassten Buchstaben. Einen passenderen Rahmen hätte sich für seine Lesung kaum finden können. „Hier sind noch so viele Wörter im Haus“, erklärte Antonius Allhoff vom Sokolade-Arbeitskreis, der den Lyriker für die erste Veranstaltung des Sokolade-Teams in Eigenregie gewinnen konnte.

„Ich habe Frantz Wittkamp schon einmal gehört und war sofort begeistert“, erklärte er dem Premierenpublikum, das sich am Freitagabend in großer Zahl in der ehemaligen Grundschule eingefunden hatte. Und um es vorweg zu nehmen: Antonius Allhoff stand mit seiner Meinung nicht alleine da. Denn schon nach dem ersten Vierzeiler schaffte es der Autor, seine Zuhörer durch seine humorvollen, aber dennoch tiefgründigen Wortspiele zu begeistern. Mal klug, mal ironisch, manchmal auch einfach nur fantasievoll zog Frantz Wittkamp sein bunt gemischtes Publikum in den Bann.

Brieffreundschaft mit seiner Tochter Wortakrobat Frantz Wittkamp am Freitagabend am Pult des ehemaligen Klassenraums der Sokolade. Foto: Claudia Heinemann

Bei ihm bekommt selbst der Einkaufszettel eine poetische Note. Ob er über die Geburtstagszigarette philosophiert oder über die Brieffreundschaft mit seiner Tochter – stets sind seine zum Teil autobiografischen Gedichte und Geschichten mit einem Augenzwinkern begleitet. Ohne laut oder gleich dramatisch zu werden, setzte der Autor gekonnt Pointen, die seine Zuhörer mit Schmunzeln und Gelächter beantworteten. Kurzum: Die Auftaktveranstaltung in der Sokolade war für Publikum, Gastgeber und den Wortakrobaten gleichermaßen ein erfolgreicher Abend.

Block- und Querflöte

Eingerahmt wurde die Lesung eingangs von den beiden Flötistinnen Carolin Grote und Svenja Wachauf, die in Erinnerung an den Musikunterricht während der Schulzeit in Langenholthausen ihre Zuhörer zunächst mit der Blockflöte und später an der Querflöte begeisterten. In der Pause hatten die Besucher die Möglichkeit, bei einem Glas Sekt die Arbeit und das Projekt der Sokolade durch Gespräche mit den Arbeitskreis-Mitgliedern oder aber im Rahmen einer kleinen Ausstellung näher kennen zu lernen.