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Schulrat Becker: „Abriss der Hauptschule ist riskant“

03.01.2016 | 19:00 Uhr
Schulrat Becker: „Abriss der Hauptschule ist riskant“
Winfried Becker, Schulrat des Märkischen Kreises, bittet die Politiker aus der Hönnestadt Balve, sehr sensibel mit der geplanten Zusammenlegung von Haupt- und Realschule umzugehen, damit auch für den Nachwuchs noch beide Bildungsinstitute zur Verfügung stehen.Foto: Richard Elmerhaus

Balve. Die rückläufigen Schülerzahlen bereiten Real- und Hauptschule Sorgen. Dennoch blicken sie zuversichtlich in die Zukunft. Denn beide Bildungsinstitute besitzen einen guten Ruf über die Stadtgrenzen hinaus und halten deshalb nichts von einer Zusammenlegung der Schulen unter dem Realschuldach.

Unterstützung erfahren sie durch Winfried Becker, Schulrat des Märkischen Kreises. Er bittet die Politik, sehr sensibel mit der Zusammenlegung von Haupt- und Realschule umzugehen. Das Balver Schulsystem müsse auf jeden Fall erhalten werden. „Weniger Räume bedeuten weniger Qualität, deshalb ist ein Abriss riskant. Wir sollten den Eltern Sicherheit geben und das Anmeldeverfahren für das Schuljahr 2016/2017 abwarten“, forderte Winfried Becker im Schulausschuss der Stadt Balve.

Schulfrieden sichern

Zuvor hatte der Pädagoge deutlich gemacht, wie sehr ihm Balve am Herzen liegt. Korrekturen seien nur gemeinsam möglich, und zwar durch Schulleitung und Politik. „Nur dann ist der Schulfrieden gesichert“, warnte der Schulrat vor überhastetem Handeln.

Winfried Becker verschwieg aber auch nicht, welche Konsequenzen der Verlust des jetzigen Schulsystems für die Kinder aus Balve hätte. Keine Eingangsklasse in der Hauptschule würde bedeuten, dass der Nachwuchs Fahrten bis Sundern oder Lüdenscheid in Kauf nehmen müsste. „Auch Kinder mit Lern- und Entwicklungsstörungen müssten weit reisen. Das ist sehr schwierig.“ Und: Klassengrößen bis zu 30 Schülern seien außerhalb der Stadtgrenzen keine Ausnahme. An der Realschule Balve sind es dagegen aktuell im Schnitt 25, an der Hauptschule kaum mehr als 20.

Wie gut das Lernen an der Hauptschule funktioniert, darüber informiert Rektorin Ulrika Scholder immer wieder die Eltern. Viele Jugendliche würden in heimischen Betrieben beschäftigt, andere schafften mit dem mittleren Schulabschluss plus Qualifikation sogar einen guten Realschulabschluss.

Kooperation mit Walram-Gymnasium

Realschul-Rektorin Nina Fröhling betont, dass an ihrer Schule mehr als 60 Prozent aller Realschüler den Abschluss mit Qualifikation erreichten und damit die Möglichkeit hätten, das Abitur zu machen. Sehr gute Erfahrungen mache die Realschule mit dem Walram-Gymnasium in Menden. „Dank der Kooperation erhält jeder Schüler und jede Schülerin mit einem Abschluss plus Qualifikation am Walram-Gymnasium einen Platz“, sagt Nina Fröhling, unter deren Regie die Realschule Balve im September 2015 ihren 50. Geburtstag mit zahlreichen Gästen feierte.

2017 stimmen Zahlen in Garbeck

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler ist aber nicht nur in den weiterführenden Schulen ein Problem, auch die Grundschulen haben zu kämpfen. So auch die Katholische Grundschule Garbeck. „Aber nur in diesem Jahr. Ab 2017 stimmen die Zahlen wieder“, sagt CDU-Fraktions-Sprecher Alexander Schulte auf Anfrage der WP.

Richard Elmerhaus

Kommentare
04.01.2016
02:31
Schulrat Becker: „Abriss der Hauptschule ist riskant“
von Ratefuchs | #1

Höre ich da schon das erstes Wehklagen? Beginnt nun das große Jammern? Korrekturen sind auch zusammen nicht mehr möglich. Das Schulsystem in Balve...
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Schulrat Becker: „Abriss der Hauptschule ist riskant“
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2016-01-03 19:00
Balve