Schülerzahlen: Die Kurve geht nach unten

Neuenrade..  Die Neuenrader Schullandschaft unterliegt laufenden Veränderungen. Die Gertrudenschule wird langsam aber sicher abgewickelt, in Gemeinschaftsschule und Grundschule wird investiert. Doch auch eine unabhängige Schule wie die Waldorfschule trägt ihren Teil zur Schullandschaft bei.

Bevor die Leiter der Schulen im großen Ausschuss für Schule, Sport, Jugend und Soziales berichteten, präsentierte Monika Arens aus der Abteilung Schule/Kultur die aktuelle Statistik für die Entwicklung der Schülerzahlen. Dabei wird deutlich: Es geht bergab. Bei der Burgschule, Standort Altenaffeln, zeigt die Kurve stetig nach unten. Die Gesamtschülerzahl liegt dort im Schuljahr 2020/2021 bei 58 Schülern, bei den Prognosen für die Erstklässler pendelt sich die Zahl am Ende des Fünfjahreszeitraums bei 16 Schülern ein. Die Schülerzahl am Standort Neuenrade sinkt von aktuell 388 auf 323 Schüler im Schuljahr 2020/2021.

Wachsende Schülerzahlen

Bei der Gemeinschaftsschule geht man zunächst von wachsenden Schülerzahlen aus. Ab dem Schuljahr 2017/2018 reduziert sich die Zahl der Gemeinschaftsschüler gemäß Prognose bis zum Schuljahr 2020/2021 auf 410 Schüler.

Bei der Gertruden-Hauptschule ist die Entwicklung vorgezeichnet. Das Schulmodell in Neuenrade läuft aus. Aktuell gibt es noch zwei Jahrgänge mit insgesamt 64 Schülern an der Schule.

Was die Waldorfschule betrifft, so gibt es für diese Schulform natürlich

keine Prognose der Stadtverwaltung. Hier hieß es von der Schule, dass man recht zufrieden mit der Entwicklung sei. Aktuell gehe man von 15 bis 20 Erstklässlern aus. Zudem strebe man mittelfristig eine Erhöhung der Gesamtzahl bei den Schülern auf 300 an. Derzeit gebe es 251 Schüler an der Waldorfschule.

Was aktuelle Entwicklungen anbelangt, so äußerten sich die Schulleiter. Dabei haben alle eins gemeinsam. Mit der Personalsituation müssen sie ziemlich jonglieren. Immer mal wieder fallen Lehrer aus familiären oder krankheitsbedingten Gründen aus. Dann gilt es mit den übergeordneten Stellen wegen der Zuweisung neuer Lehrkräfte zu verhandeln. Nicht immer bekommt man übergangslos Ersatz.

Bei den aktuellen Entwicklungen sammelt man bei der Burgschule nun Erfahrungen im Umgang mit dem „Rucksackprojekt“. Dabei geht es um die Förderung von Einwandererkindern. ausgebildete Elternbegleiter sind involviert. Eltern von Einwanderer-Eltern werden animiert, den Unterrichtsstoff mit den Kindern zuhause in der Muttersprache nachzuarbeiten.

Viel zu berichten hatte natürlich Gemeinschaftsschulleiterin Astrid Wagner-Tillmann. Wichtiges Thema: Die Schule wird demnächst eine Qualitätsanalyse erfahren. Prüfer der Bezirksregierung werden Standards checken. Aber die Schule hat auch Interesse daran, über die Pflichtprüfungen hinaus geprüft zu werden. Auf jeden Fall nehmen die Arnsberger 40 Unterrichtsproben, gleichen das Schulprogramm mit der Praxis ab, eventuell ist auch eine Untersuchung des Schulgebäudes möglich. Erstmals gibt es zudem eine Lernstands-Erhebung an der Gemeinschaftsschule, die für März terminiert ist.

Interessant wird sicherlich auch die Angelegenheit mit dem Islam-Unterricht. Der wird möglicherweise demnächst an der Schule Realität. Denn Wagner-Tillmann hat die Bewerbung eines Islamlehrers vorliegen, berichtete sie. Zum Hintergrund: Aus den Kreisen der Moschee hatte man wohl beim Schulamt nachgefragt, ob Islam-Unterricht an der Gemeinschaftsschule möglich sei. Das Ansinnen wurde an die Schule weiter gereicht. Grundsätzlich habe man da keine Bedenken, hieß es auf Nachfrage von Wagner-Tillmann. Recht flott lag dann eine Bewerbung eines ausgewählten Islam-Lehrers auf dem Tisch. Die Sache muss nun noch mit der Bezirksregierung geklärt werden.

Auch über den Haushaltsplan waren interessante Dinge zu erfahren. Ein neuer Klassensatz Tablett-Computer wird – möglichst kostenneutral für den Schulträger – für die Gemeinschaftsschule angeschafft.