Sauna mit 85 Grad immer optimal temperiert

Abschiedsgeschenk für Karl Würminghausen von Bürgermeister Hubertus Mühling.
Abschiedsgeschenk für Karl Würminghausen von Bürgermeister Hubertus Mühling.
Foto: WP

Balve..  Ins Schwitzen kommt Karl Würminghausen immer noch, allerdings nicht mehr in „seiner“ Sauna im Murmke-Schwimmbad, die zum 31. März geschlossen worden ist. Der „Herr der Millionen Schweißperlen“, wie ihn unsere Zeitung betitelt hat, nutzt jetzt die Schwitz-Stube im HönneVital, und gewöhnt sich langsam, aber sicher an die neue Umgebung. Fast 44 Jahre war Würminghausen Saunameister im Luftschutzbunker des Murmke-Bades, das erstmals am 13. August 1971 genutzt wurde. Bürgermeister Hubertus Mühling bedankte sich bei dem 71-Jährigen mit einem Präsent für die ehrenamtliche Arbeit.

Keine Notfälle in fast 44 Jahren

In 44 Jahren kann man so manche Geschichte erzählen. „Aber nie ist einer umgekippt oder es hat gravierende gesundheitliche Fälle gegeben“, berichtet Karl Würminghausen. Er führt den glücklichen Umstand auch darauf zurück, dass die Sauna im Murmke-Bad mit 85 Grad immer optimal temperiert gewesen sei. „Viele Schwitzbuden sind mit 90 bis 100 Grad Celsius oft zu heiß“, sagt Würminghausen. „Dann lieber ein paar Grad weniger und dafür zwei, drei Minuten länger schwitzen. Das verkraftet der Kreislauf.“

Natürlich schwingt rückblickend auch Wehmut mit. Gerne erinnert sich Karl Würminghausen an das Jahr 1973, als er gemeinsam mit Hubert Mühling, Herbert Sannert sowie Heinz und Engelbert Schäfer in Eigenleistung das Tauchbecken anfertigte. Würminghausen selbst verlegte die Fliesen. „Das war eine schöne Zeit“, sagt er heute und wundert sich darüber, dass der Märkische Kreis nach mehr als 40 Jahren einen Notausgang und eine feuerfeste Eingangstür fordert. „Wenigstens konnte mit einer Verlängerung um drei Monate noch die Wintersaison beendet werden.“

Fast 30 000 Euro hätte die Stadt Balve in die Renovierung investieren müssen. „Das war der Dolchstoß“, sagt Bürgermeister Hubertus Mühling, der in den verschärften Vorgaben auch eine „gesamtgesellschaftliche Entwicklung“ sieht. Schließlich werde nach Unglücken immer auch hinterfragt, ob alle Richtlinien eingehalten worden seien.