Polizei-Notruf verärgert die Feuerwehr

Foto: Richard Elmerhaus
Wenn es brennt, ist die Freiwillige Feuerwehr Balve blitzschnell zur Stelle.

Balve/Eisborn..  Auch bei Unfällen, Überschwemmungen oder anderen Notfällen leisten die Blauröcke zügig Hilfe. Dass die Löschgruppen aus dem Unteramt – Eisborn, Beckum und Volkringhausen – aber am Montag um kurz vor Mitternacht von der Polizei alarmiert wurden, weil ein Lkw an der Einmündung Horst Schotter verloren hatte, ärgert Einsatzleiter und Stadtbrandinspektor Frank Busche.

„Ein Einsatzalarm mit höchster Dringlichkeitsstufe war in diesem Fall absolut nicht erforderlich“, berichtet Busche am Tag danach auf Anfrage unserer Zeitung. Denn der Lastkraftwagen hatte nicht wie gemeldet auf einer Distanz von 250 Metern Rollsplitt verloren, sondern lediglich auf 80 Metern.

Busche: „Wenn das Freitagmittag, Samstag oder Sonntag passiert, dann besteht Gefahr, weil unter anderem Motorräder die Strecke passieren. Aber Montagnacht hätte die Strecke – wenn eine so große Gefahr besteht – auch mal für wenige Stunden gesperrt werden können.“ Stattdessen rückten 15 Feuerwehrmänner aus Beckum, Volkringhausen und selbst Einsatzkräfte aus Eisborn aus, wo Schützenfest gefeiert wurde, weil die höchste Dringlichkeitsstufe ausgegeben worden war – „für eine halbe Schubkarre voll Splitt“, teilt Einsatzleiter Frank Busche mit, der noch einmal die Kreispolizeibehörde kontaktieren will. Ein bisschen fegen, und der Schotter war von der Straße entfernt.

Maximalpunktzahl erreicht

Länger im Einsatz war am Wochenende die Jugendfeuerwehr Balve. Sie nahm erfolgreich an der Leistungsspange in Winterberg-Niedersfeld teil – die höchste Auszeichnung, die ein Jugendfeuerwehrangehöriger ab 15 Jahre innerhalb der Deutschen Jugendfeuerwehr erreichen kann. „Im Auftreten und Benehmen haben unsere Jugendlichen in jeder Kategorie immer die Maximalpunktzahl erreicht“, berichtet Frank Busche. „Das macht uns schon stolz.“

Die Nachwuchs-Blauröcke aus der Hönnestadt und Sundern mussten zunächst eine Schnelligkeitsübung absolvieren. Auf Zeit mussten C-Schläuche ausgerollt werden. Bereits hier lagen die Jugendlichen aus Balve locker im vorgegebenen Zeitrahmen. Ein theoretischer Teil mit Fragen zur Feuerwehr, aber auch über Politik, ein Löschangriff, ein Staffellauf über 1400 Meter und Kugelstoßen standen zudem auf der Liste. „Mit Bravour hat unsere Jugendfeuerwehr die Prüfungen gemeistert“, sagt Frank Busche. Optimal ausgebildet wurden sie in den drei Monaten zuvor von den Jugendfeuerwehrwarten Matthias Ickler und Dieter Morrei.

Die Teilnehmer

Erfolgreich teilgenommen haben: Robin und Niclas Gregoreck (Jugendfeuerwehr Sundern), Lara Krämer, Linda Scheven, Timon Streiter, Erik Schrimpf, Alexander Florissen, Florian Oest und Lukas Busche (Jugendfeuerwehr Balve). Zu den Ersatzteilnehmern zählten Marvin Kerstin und Kevin Gödde. Als Ausbilder waren Matthias Ickler, Dieter Morrei, Alexandra Erna, Tanja Schulte und Joseph Pondeljak in Niedersfeld vor Ort.