Polizei greift hart durch bei den Truckern

Erwischt: Ein Lkw hat die Hönnebrücke trotz Verbots überquert. Der deutsche Fahrer erhält ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro.
Erwischt: Ein Lkw hat die Hönnebrücke trotz Verbots überquert. Der deutsche Fahrer erhält ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro.
Foto: Richard Elmerhaus
Was wir bereits wissen
Die Polizei im Märkischen Kreis macht ernst. Mit sechs Beamten kontrolliert sie am Dienstagmorgen, ob das Überquerungsverbot der Hönnebrücke in Sanssouci für Lkw über 7,5 Tonnen eingehalten wird.

Balve..  Bilanz: Zwischen 7 und 10.30 Uhr werden acht Ordnungswidrigkeitsanzeigen geschrieben und jeweils ein Verstoß gegen Ladungs- und Sozialvorschriften festgestellt. „In den nächsten Tagen und Wochen wird es hier weitere Kontrollen geben“, kündigt Dieter Bruder, Leiter des Verkehrsdienstes der Polizeibehörde Märkischer Kreis, an.

Acht Anzeigen in dreieinhalb Stunden – klingt wenig. Die Polizei fängt aber nur jene Lkw-Fahrer ab, die aus Richtung Balve kommend über die Hönnebrücke fahren. Den Schwerlastverkehr aus dem Hönnetal winken die Beamten direkt Richtung Beckum auf die 36 Kilometer lange Umleitungsstrecke. „Aus dem Hönnetal hätten sonst garantiert noch mehrere Dutzend schwere Lkw die Hönnebrücke überquert“, sagt Dieter Bruder.

Wer trotz der vielen Verbotsschilder im Stadtgebiet Balve den Weg über die Hönnebrücke nimmt, muss tief in die Tasche greifen. Sechs deutsche Lkw-Fahrer, darunter einer, der einen 42-Tonner steuert, erwartet jeweils ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro – „weil sie trotz Beschilderung vorsätzlich handeln“, erklärt Dieter Bruder. Polizeikollege Jörg Kessel betont auf Nachfrage unserer Zeitung aber, dass den Fahrern kein Punkt in Flensburg droht. Außerdem werden zwei ausländische Lkw-Fahrer verwarnt. Sie zahlen 175 Euro (150 Euro plus 25 Euro Verwaltungsgebühr).

Die Polizei verteidigt die Kontrollen. „Sie sind mehr als nur ein Fingerzeig“, sagt Dieter Bruder. „Die Bauwerke merken sich eine Überbeanspruchung. Wir sind ausdrücklich dazu da, die Infrastruktur zu schützen.“ Die ist im Fall der Hönnebrücke in Sanssouci in einem bedenklichen Zustand. Würden weiter alle Lkw-Fahrer über 7,5 Tonnen trotz Verbots die Brücke befahren, müsste sie im schlimmsten Fall für alle Fahrzeuge gesperrt werden, befürchtet Bruder – ein kaum vorstellbares Szenario für die Hauptverkehrsader in der Hönnestadt.

8 Durchfahrt-Genehmigungen

Ausgenommen von der Verbotsregelung sind Fahrzeuge des öffentlichen Personen-Nahverkehrs sowie Feuerwehr- und Rettungswagen. In Balve ansässige Unternehmen nutzen rege die Möglichkeit, für Fahrzeuge bis zu einem maximal zulässigen Gesamtgewicht von 30 Tonnen eine Durchfahrt-Genehmigung beim Straßenverkehrsamt einzuholen. Acht von 30 Anträgen wurden bisher positiv beschieden. Dieter Bruder geht davon aus, dass sich die Zahl der Sondergenehmigungen in den nächsten Wochen auf bis zu 100 erhöhen wird.

Während die ertappten Lkw-Fahrer die Strafe mehrheitlich gefasst aufnehmen, sind die Polizisten laut Aussage von Verkehrsdienstleiter Dieter Bruder teilweise Anfeindungen von Berufspendlern ausgesetzt. Denn bei einer Lkw-Kontrolle kann es auf der B 229 zu einem Rückstau kommen. „Manchmal werden die Kollegen dann regelrecht beschimpft, das ist nicht gerade angenehm“, berichtet er.