Pastor Bischoff gewinnt Wette mit dem Trömmelchen

Die Saalwette
Die Saalwette
Foto: Heinemann

Garbeck..  Da hatten Cheftexter Ingo Mettken und seine „Hellen Köppe“ am Wochenende mit ihrem Gesang und den messerscharf analysierten Liedtexten den Vogel wieder einmal abgeschossen – und das nicht nur an der neuen „Vogelstange Süd“, vielen Garbeckern auch als nicht funktionierender Funkmast eines Telefonanbieters bekannt.

Vier Stunden lang spitzte die Karnevalstruppe des MGV „Amicitia“ am Samstagabend in der gut besuchten Schützenhalle ihre Zungen, um das Jahr in Garbeck und Umgebung in musikalischer Form Revue passieren zu lassen – natürlich ohne Rücksicht auf Verluste. Ob es der Kreisverkehr war, der mit seinen drei Kronen für Wirbel sorgte, der 40. Geburtstag von Michael Volmer in der „verbotenen Stadt“, die noch nicht vorhandene Festmusik für das Schützenfest oder das Currywust-Malheur von Michael Bathe – um nur einige Beispiele zu nennen – nichts blieb den „Hellen Köppen“ verborgen. Ganz zur Freude des Publikums, dem kaum eine Lachpause vergönnt war.

Ob es der Schalker Ortsvorsteher „Immel“ war, der auf der Bühne das BVB-Lied „You’ll never walk alone“ singen musste, oder Alexandra Lohmann, die an ihrer neuer Arbeitsstelle bei der Friedhofsverwaltung der evangelischen Kirchengemeinde in Werdohl am Telefon aufs Korn genommen wurde, was den Besuchern per Telefonmitschnitt auch umgehend zu Gehör gebracht wurde – die „Hellen Köppe“ hatten sich einiges einfallen lassen, um das Publikum von den Stühlen zu reißen. Fehlen durfte in diesem Jahr auch die Dorfwette nicht. „Wir haben lange beraten, um am Ende dann doch wieder alles anders zu machen“, verriet Moderator Ingo Mettken.

Schäfchen lassen ihn nicht im Stich

Schließlich erwischte es Pastor Jürgen Bischoff. „Wir wetten, dass du es nicht schaffst, am Ende des zweiten Teils mit vier ehrenamtlichen Helfern aus der Kirchengemeinde voll kostümiert mit deiner Trommel in die Halle einzumarschieren und zu der Melodie ‚Wenn das Brot, das wir teilen‘ den Text aus dem Karnevals-hit ‚Wenn dat Trömmelche jeht‘ zu singen“ – so die Aufgabe, die Jürgen Bischoff unter den begeisterten Zurufen des Publikums gerne annahm. Und so viel sei vorweg genommen: Mit gleich viermal so vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern in bunten Kostümen hatte Bischoff die Wette am Ende der gelungenen Familienfeier mehr als gewonnen. „Meine Schäfchen haben mich nicht im Stich gelassen!“

Somit haben die „Hellen Köppe“ auch in diesem Jahr wieder deutlich verloren und müssen – so lautete der Wetteinsatz – am 1. Januar 2016 in Garbeck singend von Tür zu Tür gehen, um den Bewohnern den Neujahrsgruß zu bringen. Die Spenden, die sie dabei sammeln, kommen der Kirchengemeinde zugute.

Trotz der ausgelassenen Feierstimmung vergaßen die Sänger am Wochenende auch das Schicksal des verunglückten Volkringhausers Claudius Spelsberg nicht und organisierten eine Hutsammlung.

Ein Garant für gute Stimmung waren am Wochenende aber nicht nur die „Hellen Köppe“, sondern auch Alleinunterhalter Thomas Weber, der in der Pause und im Anschluss an das Programm für gute Laune auf der Tanzfläche sorgte.