Paar in eigener Wohnung brutal überfallen

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Was wir bereits wissen
Ein brutaler Raubüberfall auf ein älteres Paar in der Hofstraße schockt die Menschen in der Hönnestadt. Die Täter haben die beiden Bewohner geschlagen und gefesselt. Sie mussten schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden.

Balve.. Zwei dunkel gekleidete Männer klingelten am Montagmorgen gegen 9.20 Uhr an der Wohnungstür eines 53-jährigen Mannes und seiner 56 Jahre alten Partnerin. Als der Wohnungsinhaber die Tür öffnete, wurde er sofort von einem der beiden Räuber angegriffen. Auch seine Partnerin wurde geschlagen. Die beiden Täter durchsuchten die Wohnung, raubten Bargeld und flüchteten unerkannt.

Eine sofort eingeleitete Nahbereichsfahndung brachte keinen Erfolg, und auch die weiteren Fahndungsmaßnahmen führten nicht zu den Tätern. Der Hubschrauber, der am frühen Mittag über Balve zu hören war, beteiligte sich nicht an der Suche nach den beiden Flüchtigen. Für eine Fahndung mit einem Hubschrauber über bewohntem Gebiet gebe es zu wenige Anhaltspunkte auf die Täter, war aus Polizeikreisen zu hören.

Nachbarn fühlen sich unsicher

Die beiden Opfer wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Sie wohnen bereits seit mehr als zehn Jahren in der Wohnung, in der sie überfallen wurden, und werden als ruhige und nette Menschen beschrieben. „Die tun keiner Fliege etwas zuleide“, sagt ein Mann, der im gleichen Mehrfamilienhaus in der Hofstraße wohnt. „Ich habe heute Morgen um halb acht noch mit dem Mann auf dem Parkplatz gesprochen. Da war alles ganz normal.“

Viele Balver rätseln, warum die beiden Täter ausgerechnet das ältere Paar als Opfer ihres Raubüberfalls ausgesucht haben. Ein Ehepaar aus dem Nachbarhaus sagt, dass ihrem Kenntnisstand nach bei den Überfallenen wohl kaum fette Beute zu erwarten gewesen sei. Die beiden erst vor wenigen Monaten von Garbeck nach Balve gezogenen Nachbarn fühlen sich in ihrer neuen Wohnung nicht besonders sicher. „In den letzten Wochen gab es bei uns drei Einbruchsversuche. Nachts hat sogar jemand mit einer Taschenlampe durch die Rollos in unser Schlafzimmer geleuchtet“, sagt die Frau. Ihr Ehemann ergänzt: „Die kleine Videoüberwachung, die wir jetzt haben, reicht uns nicht mehr. Wir kaufen ganz schnell eine Anlage mit drei Videokameras.“

Auch ein anderer unmittelbarer Nachbar, der vor zwölf Jahren nach Balve gekommen ist, gibt zu, dass er sich nicht sicher fühlt. „Ich achte darauf, dass auch die Balkontür und alle Fenster zu sind. Und ich mache nie Fremden auf.“

Kein Spion an Wohnungstür

Ob die Überfallenen die Täter kannten, oder sie vorab ausspioniert und als leichte Opfer angesehen wurden, die wenig Gegenwehr leisten, ist nicht bekannt. Raubüberfall An der Wohnungstür des Paares gibt es weder eine Videokamera noch einen Türspion – und die große Strukturglasscheibe macht es unmöglich, Personen vor der Tür zu identifizieren.

Der Balver Polizei-Bezirksbeamte Franz-Josef Griese sagte, einen derartigen Raubüberfall habe er in Balve noch nie erlebt: „So etwas gab es schon mal auf einschlägige Objekte wie Spielhallen, aber nicht auf eine Privatwohnung.“