Otmar Hermanns geht nach 39 Jahren in den Ruhestand

Neuenrade..  „Dass Schüler heutzutage fauler oder im Umgang mit ihren Mitmenschen schlimmer sind als die vor 25 Jahren – das ist absoluter Quatsch“, resümiert der Sport- und Deutschlehrer der Gertrudenschule, Otmar Hermanns. Nach nun mehr als 39 Jahren Schuldienst geht der Lehrer, der in Köln und Bonn studiert hat und in der Zeit mehrere hundert Schüler unterrichtet hat, nun in den Ruhestand.

Dies tut er mit „einem lachenden und einem weinenden Auge, denn bis zu meinem letzten, offiziellen Tag bin ich gerne in die Schule gegangen“, sagt Hermanns.

Den Wunsch Lehrer zu werden entwickelte Hermanns bereits während seiner eigenen Schulzeit in Essen, wo er ein Gymnasium besuchte. „Ich hatte zwei bis drei sehr prägende Pädagogen – unter anderem mein Klassenlehrer. Die waren mit ihrer menschlichen Art und Weise einfach beeindruckend und haben sich auch viel Zeit in der Freizeit genommen, um uns Jugendliche damals fernab der Schule zu unterstützen. Da habe ich zu mir selbst gesagt: Ich möchte selbst so ein Lehrer werden“, erinnert sich der 65-Jährige. Wichtig sei Otmar Hermanns immer gewesen, jeden einzelnen Schüler – möglichst vorurteilsfrei – so zu nehmen, wie die Mädchen oder Jungen halt sind. „Je offener man den Jugendlichen begegnet, desto mehr Vertrauen schafft man“, weiß Hermanns aus fast 40 Jahren Schuldienst, in denen er zudem auch Vertrauenslehrer an der Gertrudenschule war und für die Probleme der Mädchen und Jungen ein offenes Ohr hatte.

Bis zu sieben Fächer hat Hermanns an der Hauptschule in Neuenrade zeitweise unterrichtet. „Dazu gehörte auch Wirtschaft, Werken und auch Erdkunde“, sagt der gebürtige Ruhrpottler. Je nach Bedarf hatte Hermanns zusätzliche Schulungen gemacht, um die Zusatzkompetenzen in den weiteren Fächern zu erlangen. „Ich war da immer flexibel. Je nachdem wo Bedarf bestand, habe ich bestmöglich versucht, die Lücke zu füllen“, äußert sich Hermanns.

Welche Wünsche möchte sich Hermanns nun erfüllen, wo er doch deutlich mehr Zeit für private Dinge hat? „Auf jeden Fall viel Zeit in der Natur verbringen. Zuletzt habe ich viel Freude beim Schneewandern gehabt“, erzählt der Pädagoge. Auf jeden Fall bleibt er seinen ehrenamtlichen Verpflichtungen erhalten, die er auch aus persönlichem Interesse fortführen wird. Vor allem will er auch weiterhin sportlich aktiv bleiben. Bis zuletzt habe er, außer an den „total vereisten Tagen“, die rund 14 Kilometer lange Strecke von seinem Haus in Balve-Mellen zur Schule an der Niederheide in Neuenrade mit dem Fahrrad zurückgelegt.

In Zukunft will Hermanns auch ab und zu trotzdem noch an „seiner“ alten Schule vorbeischauen, um seinen alten Schülern und den Kollegen zwischendurch abermals „Hallo“ zu sagen.