Orkantief „Niklas“ bremst die Hönnetalbahn aus

Glück im Unglück: Zumindest die Balver Schüler sind vom Ausfall der Hönnetalbahn nicht betroffen. Sie genießen die Osterferien.
Glück im Unglück: Zumindest die Balver Schüler sind vom Ausfall der Hönnetalbahn nicht betroffen. Sie genießen die Osterferien.
Foto: WP

Balve..  Die Hönnestadt Balve ist Unwetter-erprobt. 2007 der Orkan Kyrill, der schwere Schäden im Balver Wald hinterließ, im Vorjahr dann das Gewitter mit Starkregen, das den Ortskern überflutete und Balve auf Rang drei in der Niederschlagsstatistik führte – deutschlandweit. Dagegen hat „Niklas“ die Hönnestadt am Dienstag weitgehend verschont. Das Orkantief riss zwar Ziegel von den Dächern, brach Äste ab und kippte Mülltonnen um, am Nachmittag gab Feuerwehr-Pressesprecher Kai Gaberle aber vorläufig Entwarnung: „Mein Piepser ist ruhig.“ Nur die Löschgruppe Langenholthausen rückte gegen 16.40 Uhr aus, um Gefahrenbäume in der Straße „Unterm Trachtenberg“ zu beseitigen.

Alles andere als ruhig war dagegen der Tag für Reisende und Pendler. Die Deutsche Bahn AG zog die Notbremse und stellte den Nahverkehr ab 11 Uhr landesweit ein, auch beim Zweckverband Ruhr-Lippe blieben die Züge stehen. „Sicherheit geht vor“, erklärte ein Deutsche-Bahn-Sprecher auf Nachfrage unserer Zeitung. Betroffen davon war auch die Regionalbahn 54 von Neuenrade bis Unna und umgekehrt. „Uns ist zwar nicht bekannt, dass in diesem Bereich Bäume oder Äste auf Oberleitungen gefallen sind, aber ganz ausschließen können wir das noch nicht“, sagte der Bahn-Mitarbeiter.

Den Pendlern blieb also keine andere Wahl, als sich abholen zu lassen oder auf Bus oder Taxi umzusteigen. Ersatzverkehr – von der Deutschen Bahn gestellt – gab es nicht. „Der wäre nur möglich, wenn es regional zu Ausfällen kommen würde. Aber Ersatzverkehr zur Verfügung zu stellen, wenn in ganz Nordrhein-Westfalen kein Zug der Deutschen Bahn AG rollt, ist auf Grund des Umfangs ausgeschlossen“, berichtete der Bahnsprecher und ergänzte: „Sturm ist höhere Gewalt.“

Die Stadt Balve reagierte überrascht auf die Nachricht, dass sämtliche Züge der RB 54 ausfallen. „Es wäre schon sinnig gewesen, uns seitens der Deutschen Bahn AG darüber zu informieren, um Zugreisende, die sich an die Stadt wenden, aufklären zu können“, sagte Michael Bathe, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Bürgeranfragen im Rathaus blieben aber ohnehin aus.

Auf einer Internetseite informierte die Deutsche Bahn am Abend schließlich, dass die Hönnetalbahn RB 54 wieder unterwegs sei:

www.bahn.de/blitz/view/nrw/uebersicht.shtml