Oft sitzen die Fachleute gleich in der Nachbarschaft

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Garbeck..  „Was ist denn kaputt?“ Sabine Biehs-Romann nimmt freundlich den nächsten Kunden im Empfang. Sie hat allen Grund zur Freude, denn die erste Ausgabe des „Reparatur-Cafés“ ist ein voller Erfolg. Die Dame im Eingang des alten Edeka-Ladenlokals hat schwer zu schleppen: Eine AEG-Nähmaschine will sie den Fachleuten vorführen.

Nähmaschine als Erbstück

Obwohl genau genommen nichts kaputt ist: „Ich habe die Maschine von meiner Mutter geerbt und will einfach mal wissen, ob sie es noch tut.“ Zufällig findet sich sofort die passende Fachfrau: Alexandra Schulte gibt Nähkurse in Neuenrade und kümmert sich sofort um das AEG-Schätzchen. „So alt ist die noch gar nicht“, befindet sie, spult Unter- und Oberfaden auf, betätigt das Pedal – und das Maschinchen schnurrt los. „Na also, funktioniert doch noch prima“, freut sich Alexandra Schulte. Wieder ein Staubfänger vor dem Schrottsammler gerettet.

Genau so hat sie sich das vorgestellt, Sabine Biehs-Romann von der Initiative „Hönnetal im Wandel“. „Wir werfen Dinge viel zu schnell weg. Vieles kann man noch reparieren, und die Fachleute dazu sitzen doch gleich in der Nachbarschaft“, hat sie bemerkt. Das Reparatur-Café mit angeschlossener Tauschbörse ist dabei nur ein kleiner Schritt in einem größeren Anliegen. „Hönnetal im Wandel“ ist inspiriert von der „Transition Town Bewegung“. Übersetzt wird dies oft mit „Stadt im Wandel“. Der Gedanke dahinter: Roh- und Treibstoffe werden knapper, und statt auf Großprojekte der Regierungen zu warten, entwickeln die Städte eigene Gemeinschaftsinitiativen. „Das Reparatur-Café habe ich nicht erfunden. Unter Repair Café gibt es dazu schon Materialien und Konzepte im Internet. Ich fand nur die englische Bezeichnung unglücklich“, erzählt Sabine Biehs-Romann.

Eigentlich sollen laut Hausordnung die Geräte von den Besuchern selbst repariert werden, aber die meisten Defekte sind für den Laien ohne weiteres nicht zu beheben, so dass die Fachleute ran mussten. Gute Chancen auf ein zweites Leben hat der Rasierapparat in den Händen des Elektrikers Detlef Jenschke. „Der Stecker ist abgebrochen. Das sollte ich wohl wieder hinkriegen“, verspricht er.

Nur ein Stück weit kann der Radio- und Fernsehtechniker Arnold Haase der Dame weiterhelfen, die einen Kassettenrekorder abgegeben hat. „Beim Abspielen der Kassetten ist ein lauter Brummton zu hören“, umreißt Jenschke das Problem.

Das kann mehrere Ursachen haben. Notfalls muss der Tonkopf ausgetauscht werden. Eine Reinigung mit ein paar einfachen Brillenputztüchern bringt erste Verbesserungen. Das reicht der Kundin schon, denn viel Geld will sie nicht mehr in das alte Gerät investieren. Für Kinderkassetten reicht die Qualität nun allemal.

Probleme mit modernen Geräten

„Viele ältere Geräte kann man noch prima reparieren“, fasst Elektriker Detlef Jenschke zusammen. „Leider funktioniert das bei den modernen Geräten nicht mehr so gut. Das ist der Nachteil daran, dass heute alles elektronisch gesteuert ist.“