Nicht nur leckeres Essen lädt zum Verweilen ein

Neuenrade..  Zwei Tage lang drehte sich an der Neuenrader Mevlana-Moschee alles um das große Gemeindefest des türkisch-islamischen Kulturzentrums.

Gemeindemitglieder und Neuenrader Bürger waren willkommen, feierten Seite an Seite. „Wir möchten aktive Integrationsarbeit leisten. Dafür brauchen wir jedoch die Unterstützung aller Neuenrader Bürger“, sagte Faruk Göktas eingangs der Veranstaltung auf dem Gelände der Mevlana-Moschee.

Herzliche Begrüßung

Herzlich begrüßt und zuvorkommend bedient wurden an der Bahnhofstraße am Samstag und Sonntag alle Nationalitäten, die das türkisch-islamische Kulturzentrum besuchten. Leckeres Essen lockte an die Verkaufsstände, lud zum Verweilen und Schlemmen ein. Stets lang war auch die Warteschlange an der Kinderschmink-Station und an der Hüpfburg. Die Gemeindemitglieder luden außerdem zur Besichtigung der Moschee ein, standen Rede und Antwort und warben für die Teilnahme an einem Gewinnspiel: Ein Reisegutschein und ein Auto waren die beiden Hauptgewinne.

Seit fast 20 Jahren ist das türkisch-islamische Kulturzentrum in Neuenrade ansässig und seitdem bemüht, „ein gelungenes Zusammenleben in Neuenrade zu gestalten und dabei die kulturellen, religiösen sowie die sozialen Bedürfnisse unserer Mitbürger für ein Miteinander in Neuenrade miteinzubeziehen“, sagte Faruk Göktas. Von der mehr als 300 Mitglieder zählenden Gemeinde sind 59 ehrenamtlich aktiv. Sie veranstalten beispielsweise das Fastenbrechen, zu dem alle Neuenrader willkommen sind, laden zum „Tag der offenen Moschee“ ein, der stets am 3. Oktober gefeiert wird, veranstalten Diskussionsrunden über Integrations- oder Asylpolitik oder unterstützten die Gemeinschaftsschule mit Unterschriftenaktionen. „All diese Aktivitäten sind ein Zeichen dafür, dass wir zu dieser Gesellschaft gehören und die Integration vor Ort unterstützten“, so Göktas.

Dass Feste dieser Art Brücken zwischen den Kulturen schlagen können, bestätigten auch die eingeladenen politischen Vertreter. Birgit Sippel, innenpolitische Sprecherin der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament, dankte den Gemeindemitgliedern der Mevlana-Moschee für ihr Engagement und hob hervor, dass im Moment nur von einer Minderheit Stimmung hinsichtlich der Gefahr der Islamisierung gemacht werde. „Es muss deutlich gemacht werden: Egal wer Gewalt ausübt, das hat nichts mit Religion zu tun.“ Gerade Feste wie das in Neuenrade seien eine gute Möglichkeit der Aufklärung.

„Frieden ist nicht selbstverständlich“, schloss sich SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag ihrer Vorrednerin an und erinnerte an die aktuellen Krisenherde auf der Welt. Viel sei gesagt worden über Zusammenhalt und Zusammenleben. „Doch dass Menschen friedlich nebeneinander leben, dazu müssen wir gemeinsam aufrufen und alles dafür tun, dass das auch so bleibt.“ Von einem „Füreinander statt Gegeneinander“ sprach auch Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann.

Das Stadtoberhaupt ist überzeugt: „Die meisten von uns sehen andere Kulturen als eine Bereicherung“. Diese kennen zu lernen sei wichtig. „Wir haben oft andere Vorstellungen, doch gerade diese Feste können dazu beitragen, sie zu verstehen.“ Veränderungen sollten jedoch stets gemeinsam angepackt werden, warb Wiesemann um Zusammenarbeit in jeglicher Hinsicht.