Neue Rettungssäge besteht Feuertaufe

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Beckum..  Kaum ausgepackt, und schon im Einsatz. Die neue Rettungssäge, über deren schnelle Lieferung sich die Löschgruppe Beckum am Freitag freute, konnte noch am gleichen Abend beweisen, was sie zu leisten vermag. Bei einem Zimmerbrand in Balve mussten die Feuerwehrleute eine Decke öffnen, um den Brandherd zu finden und zu löschen. Als zwei normale Kettensägen binnen kürzester Zeit stumpf waren, brachten die Kameraden aus Beckum ihr neues Wundergerät zum Einsatzort – und vollendeten die Arbeit in kürzester Zeit.

Nicht nur Beckums Löschgruppenführer Markus Grothe, der die fabrikneue Rettungssäge der Presse und seinen Feuerwehrkameraden präsentierte, war begeistert: „So eine Säge zerschneidet einfach alles – auch die Sachen, an denen normale Kettensägen verzweifeln: Dachpappe, Autotüren, Stahlteile und sogar Feuerschutztüren.“

Beim abendlichen Einsatz in Balve hatten die Feuerwehrleute vor Ort Glück, dass Wehrleiter Frank Busche sich gerade bei der Löschgruppe in Beckum aufhielt und von der überraschend schnellen Auslieferung der neuen Rettungssäge an die Löschgruppe Beckum erfahren hatte. „Ich weiß gar nicht, ob die anderen Löschgruppen überhaupt wussten, dass wir jetzt diese neue Rettungssäge haben“, sagte Markus Grothe. „Aber als Frank Busche mitbekommen hatte, dass es in Balve Probleme gibt, die Zimmerdecke zu öffnen, hat er uns mit der neuen Säge schnell hingeschickt.“

Schäden so gering wie möglich

Die technische Hilfe aus Beckum war in Balve hoch willkommen. Bei Zimmerbränden mit starker Rauchentwicklung aber ohne offenen Brandherd stehen die Einsatzkräfte vor dem Problem, zwar schnell und effektiv helfen zu müssen, aber gleichzeitig auch den zusätzlichen Schaden durch ihre Löschaktionen so gering wie möglich halten zu wollen. Ein gezieltes Öffnen von Teilen der Zimmerdecken, Böden oder Wänden ermöglicht es, Brandherde und Glutnester aufzuspüren, um weniger Löschwasser gezielter einzusetzen. Das freut die Hausbesitzer und Versicherungen gleichermaßen. Auch Feuerwehrsprecher Kai Gaberle betont. „Wir wollen die durch uns verursachten Schäden so gering wie möglich halten.“

Der Hersteller der Rettungssäge verspricht, dass die spezielle Kette von Autokarosserien und Bahnwaggonteilen über Stahl-, Aluminium- und Kupferbleche bis 1,5 Millimeter Dicke auch Leichtbaustoffe und sogar Holzbalken mit Nägeln oder Schrauben durchtrennt – und anschließend noch für weitere Einsätze genutzt werden kann. Weil die neue Säge zudem einen 50 Prozent stärkeren Motor als die üblichen bei der Feuerwehr genutzten Kettensägen besitzt, ist die Löschgruppe Beckum für die Zukunft bestens gerüstet.

Eine Überlegung im Vorfeld des Kaufes der Rettungssäge lässt die Beckumer Kameraden nach dem Wochenende übrigens schmunzeln: „Wir haben uns wirklich gefragt, wie oft die neue Säge wohl zum Einsatz kommen würde“, verriet Löschgruppenführer Markus Grothe. „Das machen wir jetzt nicht mehr.“