Neue Kooperation mit Altenpflegeheim
27.05.2008 | 20:15 Uhr 2008-05-27T20:15:02+0200Balve. Während andere Schulen von der Bezirksregierung massiv angehalten werden, im Bereich der Job-Orientierung der Schüler enger mit der Wirtschaft vor Ort zusammen zu arbeiten, ist das an der Balver Hauptschule überhaupt nicht nötig. ...
... Gestern wurde bereits der dritte Kooperationsvertrag unterzeichnet - zwischen der Schule und dem St.-Johannes-Altenpflegeheim.
Nach zwei Verträgen mit Firmen aus dem produzierenden Gewerbe nun also die soziale Dienstleistungsschiene. Was damit bezweckt werden soll, liegt auf der Hand: Die Schüler sollen während der Schnuppertage, die in der Jahrgangsstufe 7 stattfinden und den zwei- beziehungsweise dreiwöchigen Berufspraktika einen Einblick in die pflegenden Berufe bekommen.
Dabei soll auch vermittelt werden, dass nicht nur die Schüler, die einen 10-b-Abschluss erreichen, der dem Realschulabschluss gleichgestellt ist, sondern alle, die einen Abschluss erreichen, in der Pflege im Altenheim ausgebildet werden können. Das sind etwa zwei Drittel der Hauptschulabgänger in Balve. "Zwar ist für den Altenpfleger 10b Voraussetzung, aber die Ausbildung zum Pflegehelfer kann auch mit dem 10-a-Abschluss angetreten werden", sagte Heimleiter Franz-Josef Rademacher gestern vor der Vertragsunterzeichnung.
Er freut sich auf die Kooperation, die eigentlich schon länger läuft, nun aber schriftlich fixiert ist: "Es ist unwahrscheinlich spannend, wie kommende Generationen mit dem demografischen Wandel und der bevorstehenden Überalterung umgehen werden."
"Nach der Gründung des Berufsorientierungsbüros ist dies ein weiteres Mosaiksteinchen, um die Berufsorientierung auf eine breite Plattform zu stellen", sagte Franz Kemper, Ansprechpartner für Schule und Wirtschaft an der Hauptschule.
Das hört sich in Schülerohren wahrscheinlich alles sehr abstrakt an. Was also erwartet die Hauptschüler im St.-Johannes-Altenpflegeheim? Pflegedienstleiterin Marlies Gaberle klärt auf: "Beim Praktikum werden sie während der ersten Woche viel zuschauen, dürfen aber auch beim Reichen von Essen im Gemeinschaftsraum helfen. In der zweiten Woche dürfen die Jugendlichen dann auch mit auf die Zimmer." Sofern sie das denn wollen und die Bewohner damit einverstanden sind. "Pflege funktioniert nur mit einem Vertrauensverhältnis", sagt Marlies Gaberle. "Schließlich bewegen wir uns in der Privat- und Intimsphäre der Bewohner."
Wichtig ist den Verantwortlichen des Altenpflegeheims daher nicht die Masse der Schüler, die hier schnuppern und Praktika machen wollen, sondern wirkliches Interesse an dem Beruf.
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