Nach 40 Jahren regiert wieder ein Geuyen

Schützenfest Garbeck. Das Vogelschießen
Schützenfest Garbeck. Das Vogelschießen
Foto: WP

Garbeck..  Die vielen Zuschauer sahen am Montagmorgen auf dem Schützenfest in Garbeck ein hochdramatisches Vogelschießen, das Roland Geuyen für sich entschied. Mit dem 162. Schuss trat er die Nachfolge seines verstorbenen Vaters Heinz an, der vor 40 Jahren den stolzen Aar von der Stange schoss.

Zur Königin erwählte sich der neue Regent Karin Frizt. Bevor er sie jedoch in seine Arme schloss, wurde er frenetisch gefeiert, und zwar von seinen Freunden aus dem Männergesangverein „Amicitia“ Garbeck. „Zeremonienmeister“ Meinolf Lohmann, der vor dem neuen König den Hut zog und in die Knie ging, war sich schon vor dem „Goldenen Schuss“ sicher: „Unser Gesangverein ist in diesem Jahr 155 Jahre alt geworden. Deshalb wird Roland mit dem 155. Schuss der neue König der Schützenbruderschaft Heilige Drei Könige Garbeck.

Angesichts des sehr spannenden Vogelschießens war diese Aussage sehr gewagt, denn Martin Kampmann und Reinhard Linsmann waren nicht bereit, Roland Geuyen den Vogel kampflos zu überlassen. „Hühner, die kackern, die müssen auch mal Eier legen“, sagte der neue König, bevor er sich wieder unter die Vogelstange begab und erst einmal staunte, wie Martin Kampmann den Aar mehr und mehr in seine Einzelteile zerlegte.

Aber erst als Ingo Mettken scherzhaft über die Vogelwiese rief: „Konzentriert Euch doch mal. Je kälter es wird, desto länger lasst ihr uns warten“, ging es richtig zur Sache. Allerdings nur kurz, denn plötzlich streikte das vereinseigene Gewehr. Eine Patrone hatte sich festgesetzt. Da die Waffe nach Meinung von Stephan Honert ohnehin nicht die beste war, halfen die beiden Schießmeister, Heinz und Gerold Vogel, mit ihrem eigenen Gewehr aus.

Sekunden später ging ein Raunen durch die Menge, denn Martin Kampmann traf so gut, dass nur noch der Rest des Vogels an der Stange hielt. „Das Holz ist gegen Dich“, sagte Gerold Vogel, der ebenso wie viele andere bemerkt hatte, wie niedergerschlagen der Garbecker Schützenbruder war.

„Jetzt habe ich ihn locker geschossen, aber König wird ein anderer“, klagte der „Ewige Zweite“ Martin Kampmann. Wie recht er haben sollte, zeigte sich wenig später. Nachdem Reinhard Linsmann der Griff zur Königskette verwehrt blieb, begab sich Roland Geuyen unter dem Jubel seiner Sangesbrüder zur Vogelstange. Nach einem kurzen Dialog mit den beiden Schießmeistern holte er mit dem 162. Schuss den Rest des Aars aus dem Schießkasten.

„Das Holz ist gegen Dich.“

Danach war nur noch pure Freude, riesiger Jubel und Frohsinn weit und breit angesagt. Mit ihrer Fröhlichkeit steckten die neuen Regenten Roland Geuyen und Karin Frizt die zahlreichen Schützenfestler an, die die beiden Regenten beim Einmarsch in die Schützenhalle begeistert feierten, und zwar noch vor der Proklamation durch den 1. Vorsitzenden Bernward Lösse und Oberst Manfred Schwermann.

Sie bedankten sich bei den scheidenden Majestäten Rüdiger und Eva Stüken. Sodann ließen sie das neue Königspaar, das bereits auf dem Tisch stand, hoch leben. Die beiden Königinnen Karin Frizt und Eva Stüken erfreute der Vorstand der Schützenbruderschaft Heilige Drei Könige Garbeck mit farbenprächtigen Blumensträußen.

Am Nachmittag standen Roland Geuyen und Karin Frizt wie vor 40 Jahren die inzwischen verstorbenen Regenten Heinz Geuyen und Anni Konz im Mittelpunkt des Festzuges, der wieder einmal musikalisch untermalt wurde vom Musikverein Bremke und dem Feuerwehrmusikzug aus Langenholthausen.