Musikverein sucht nach alten Blech-Schätzen

Der  Vorsitzende des Musikvereins Balve, Johannes Schröer (r.) freute sich über viele Jubilare.
Der Vorsitzende des Musikvereins Balve, Johannes Schröer (r.) freute sich über viele Jubilare.
Foto: Friske

Balve..  So viele junge Gesichter bei einer Jahreshauptversammlung können sicher nicht viele Musikvereine aufweisen. So lobte bei der Jahreshauptversammlung des Balver Musikvereins am Samstagabend Karl Heinz Wiencko vom Kreismusikverband: „Es ist schon ungewöhnlich: Wir ehren heute Abend viele Mitglieder für zehn Jahre Vereinszugehörigkeit, die noch nicht viel älter als 20 Jahre sind.“ Die erfolgreiche Verjüngungskur ist auch ein Erfolg des frühen Zugriffs auf künftige Musiker: Der Verein bietet an der Balver Grundschule eine umfangreiche musikalische Grundausbildung und später eine Bläserklasse an, in der derzeit etwa 35 junge Musiker die Grundlagen von Takt und Ton erlernen.

„Die Bläserklasse trägt erste Früchte“, freute sich Dirigent Christoph Goeke. „Aber vergesst nicht: Unser Engagement birgt auch finanzielle Risiken.“ Schließlich müssen für 35 Bläser auch die entsprechenden Instrumente angeschafft und gepflegt werden. Bei einem Einstiegspreis von gut 800 Euro pro Instrument ist Jugendarbeit im Musikverein kein Schnäppchen. Natürlich hoffen die Verantwortlichen, dass möglichst viele Musiker nach der vierten Klasse auch den Weg ins Vor- und Jugendorchester finden.

Eine kleine Hürde ist dann von den Eltern zu nehmen: Ein eigenes Instrument muss her. „Nicht alle Eltern sind bereit, dafür sofort tief in die Tasche zu greifen.“ Daher appellierte Goeke alle, im eigenen Bestand oder dem von Bekannten zu forschen: Vielleicht schlummern dort noch alte Blech-Schätze, die mit wenig Aufwand wieder bespielbar sind. „Eine andere Möglichkeit ist es, zum Einstieg eine Art Leasing für Instrumente anzubieten“, überlegte auch der Vorsitzende des Musikvereins, Johannes Schröer.

Dafür, dass die erfolgreiche Jugendarbeit auch weiterhin bezahlt werden kann, hatte im vergangenen Jahr Kassierer Frank Nickut bestens gesorgt. Mit Einnahmen von rund 92 700 Euro verwaltet er eine stattliche Summe. Dem stehen allerdings auch genügend Ausgaben für zum Beispiel Jugendausbildung oder Instrumentenanschaffung und -pflege gegenüber. Dennoch erreichte der Verein 2014 ein Plus von über 9000 Euro. „Daraus werden wir Rücklagen für Ausbildung und Instrumente schaffen“, sagte der Spar-Kommissar Frank Nickut.

Frühjahrskonzert

Das erste musikalische Highlight wird am 25. Mai das große Frühjahrskonzert sein. Danach stehen die Besuche der Fronleichnamsprozessionen in Mellen und Balve, die Begleitung der Schützenfeste in Oesbern, Müschede, Mellen und selbstverständlich Balve an.

Zur Freude des Vorstands waren auch Abordnungen der Balver St.-Sebastian-Schützen sowie der Schützen St. Hubertus Müschede samt Jugendvorstand angereist. „Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass wir in 2015 wieder ein eigenständiges Jugendkonzert im Autohaus Levermann auf die Beine stellen wollen“, so der Fachwart für Jugend und Ausbildung, Tobias Platte. Einziges Problem dabei: Es fehlen im Jugendorchester noch Schlagzeuger und Posaunisten.

Als kleine Motivation, möglichst oft zu den Proben zu erscheinen, zeichnete Johannes Schröer die eifrigsten Teilnehmer in 2014 aus: An der Spitze bekamen Alexander Fritz, Moritz Gall und Sarah Jedowski (67 Proben) einen Balver Gutschein, gefolgt von Luca Griesenbruch (66 Proben) und Franz Jedowski (64 Proben).