Museumsgebäude soll den Namen Bürgermeister Diepmanns tragen

Neuenrade..  Dr. Rolf-Dieter Kohl ist ehrenamtlicher Stadtarchivar und gehört neben dem ehemaligen Bürgermeister Klaus Peter Sasse zu den Initiatoren des „Statt Museum“, das sich mit der Geschichte Neuenrades beschäftigt. Er hat sich zuletzt intensiv mit der Geschichte der Stadt Neuenrade befasst und möchte sich nun dafür einsetzen, dass das Museumsgebäude und ehemalige Kaufmannshaus an der B 229 in „Bürgermeister-Diepmann-Haus“ umbenannt werden soll.

Bisher sind vom „Statt-Museum“, das in diesem Jahr seine Pforten öffnen soll, bereits drei Bereiche so gut wie fertig. Die Geschichte der Hönne-Bahn, die Kraftverkehrsgeschichte der MVG im Lennetal sowie die Stadtgeschichte – inklusive zahlreicher originaler Abbildungen von Urkunden und weiterer Akten seit der Stadtgründung im Jahr 1355, können bald von den Neuenrader Bürgern begutachtet werden. „Wir sind auf einem sehr gut Weg. Was der Ziehvater des Museums, Klaus Peter Sasse, schon erreicht hat, ist beachtlich“, sagt Kohl.

Eigener Name

Jedoch möchte Kohl auch anregen, dass das Museums-Gebäude einen eigenen Namen bekommen soll: „Bisher trägt das ehemalige Kaufmannshaus an der Ersten Straße keinen eigenen Namen. Es wäre aber toll, auch aus Zeichen der Identifikation und der regionalen Identität, wenn es einen Namen bekäme“, findet der ehemalige Kreisarchivar. Der heute 75-Jährige lebt seit 1976 in der Hönne-Stadt.

Die Leidenschaft für die Historie begann bei Kohl, der 1939 in Soest geboren wurde, bereits während der Schulzeit. So war Kohl – geprägt von der eigenen Neugier – häufig im Soester Stadtarchiv anzutreffen und durchforstete alte Bilder und Unterlagen. „Wo andere aufgehört haben zu lesen, musste ich weiter nachbohren. So begann die Leidenschaft für historische Schriften und Hintergründe, die dann später auch meinen Berufswunsch geprägt haben“, erinnert sich der heute 75-Jährige.

In Neuenrade landete Kohl eigentlich eher zufällig und „aus der Not heraus“. „Eigentlich wollte ich nach Altena ziehen, wo ich 1976 meine Stelle als Burgarchivar in der Außenstelle der Burg Altena antreten sollte“, erinnert sich Kohl. Allerdings habe er damals keine passende

Bleibe gefunden, so dass es ihn – eher zufällig – nach Neuenrade verschlug, wo er bis heute sesshaft ist. „Ich fühlte mich von Anfang an sehr wohl hier. Natürlich wollte ich mich auch mit der Historie meiner neuen Heimat auseinandersetzen.“ So habe ihn im Kontext zwangsläufig die Geschichte der alten Häuser an der Bundesstraße 229 interessiert, deren Fassaden bis heute originalgetreu erhalten geblieben sind. „Man kann sagen, dass es für die Neuenrade Geschichte sehr viel Literatur gibt.“