Mit Stahlkonstruktion wird Brücke stabilisiert

Sanssouci..  Die Sonne scheint, die Hönne fließt gemächlich. Optimale Bedingungen für die Fachkräfte des Bauunternehmens STH-Hüttental GmbH aus Netphen im Siegerland, um mit der längst fälligen Sanierung der Hönnebrücke in Sanssouci zu beginnen. Ein Ende der Sperrung der maroden Baukonstruktion für Lastkraftwagen oberhalb von 7,5 Tonnen, die derzeit Umleitungen von bis zu 36 Kilometern in Kauf nehmen müssen, ist somit absehbar. Ob sie schon bis zur Landpartie vom 14. bis 17. Mai greift, will Michael Overmeyer, Pressesprecher Landesbetrieb StraßenNRW, auf Anfrage unserer Zeitung nicht bestätigen. In jedem Fall aber bis zum Balve Optimum (11. bis 14. Juni).

Die Ampelanlagen rund um die Hönnebrücke sind in Betrieb, und Polier Stephan Hillebrand vom ausführenden Bauunternehmen ist überrascht, dass sich die Rückstaus am ersten Tag „in Grenzen gehalten haben. Ich hätte mit weitaus mehr Verkehr gerechnet.“ Kommt wohl noch. Denn etwa 11 000 Fahrzeuge, davon ca. 800 Lkw mit einem Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen und mehr, passieren eine der ältesten Steinbrücken Deutschlands. Das Bauwerk in Sanssouci stammt aus dem Jahr 1870.

Einsturzgefahr besteht aktuell nicht

Dass eine Sanierung nötig ist, daran lassen Polier Stephan Hillebrand und Spezialfacharbeiter Pascal Ochs keine Zweifel. „Die Tragfähigkeit ist für den Schwerlastverkehr über 7,5 Tonnen nicht mehr gegeben.“ Eine Notunterstützung aus Stahlträgern sei daher zwingend erforderlich, um der Steinbrücke provisorisch Halt und Sicherheit zu verleihen. „Einsturzgefahr besteht aktuell zwar nicht“, beschwichtigt Stephan Hillebrand. „Aber auf Dauer ist die Standfestigkeit halt nicht mehr gegeben.“ Grund sind Risse in dem uralten Bauwerk. Nicht kleine und unscheinbare, sondern große Risse, die die Fachmänner nummerisch gekennzeichnet haben.

Bis Freitag wird die Ampelanlage zunächst in Betrieb sein. Bis dahin werden Bohrkernlöcher – bis zu 70 Zentimeter tief – an beiden Seiten der Brückengewölbe angebracht, in denen später die Stahlkonstruktion das Bauwerk vor Schlimmeren bewahren soll. Die weiteren Arbeitsschritte sind punktgenau festgehalten: Die Stahlkonsole wird eingebracht und die Bohrlöcher werden mittels Vergussmörtel verfüllt und ausgehärtet.

Zentimetergenaue Bearbeitung

Geplant ist in einem späteren Schritt, Längs- und Querstahlträger zu montieren. Das könne nicht mehr dieser Woche geschehen, weil die genauen Maße zunächst zum Stahlbauer nach Siegen gehen. Dort werden die Träger dann zentimetergenau bestellt und bearbeitet. „Das dauert circa eineinhalb Wochen“, berichtet Polier Stephan Hillebrand.

Dann erst können die Zugstützen an die Querträger angebracht, die Querträger mit Gewindestangen gesichert und die Längs- an die Querträger montiert werden. Arbeiten, die voraussichtlich in der Woche vom 4. bis 8. Mai ausgeführt werden. Folglich wird auch wieder die Ampelanlage eingeschaltet, die ab Freitagabend etwa 10 Tage lang abgedeckt sein wird.