Menschenrettung scheitert nicht am Geld

Foto: Richard Elmerhaus

Balve..  Die Anforderungen an die Freiwillige Feuerwehr Balve steigen seit Jahren drastisch an. Darauf machten die beiden Stadtbrandinspektoren Frank Busche und Oliver Prior am Montagabend aufmerksam, als die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes im Feuerwehrgerätehaus zu Gast waren.

„Von den einzelnen Feuerwehrkameraden wird immer mehr verlangt, manchmal meine ich, es ist zuviel“, sagt Oliver Prior. Er und auch Frank Busche wissen aber nur zu genau, dass die Vorgaben durch das Land erfüllt werden müssen. Ob die Ausbildungsoffensive, die derzeit im Märkischen Kreis gefahren wird, von Vorteil ist für die Wehren, wurde von CDU-Fraktions-Chef Johannes Schulte in Zweifel gezogen. „Wenn die Anforderungen ständig wachsen, kann es auch passieren, dass die jungen Leute keinen Bock mehr haben.“

Diese Sorge treibt auch die Wehrleitung in Balve um, die jedoch mit Stolz auf ihre Jugendfeuerwehr verweisen kann. Denn nachdem mit Dieter Morrei ein qualifizierter Leiter gefunden wurde, sehen Busche und Prior die Nachwuchsarbeit wesentlich entspannter, als noch vor zwei Monaten. „Wir sind froh, dass wir die Jugendfeuerwehr haben, die durch spielerische und theoretische Formen an die aktive Feuerwehr herangeführt wird“, sagt Oliver Prior.

Mit 17 Jahren können sich die jungen Leute in den Dienst der Aktiven einreihen, müssen aber zunächst den Grundlehrgang über 150 Stunden mit einer bestandenen Prüfung abschließen. Wenn das der Fall ist, sind die neuen Kameraden dabei, wenn die Feuerwehr zum Einsatz gerufen wird.

Dabei geht es längst nicht mehr nur um das Löschen von Bränden. Unfälle mit eingeklemmten Personen, Menschenrettung mit Drehleitern aus luftigen Höhen, Unwettereinsätze mit Sturmschäden, Gefahrguteinsätze sowie die Beseitigung von Ölspuren gehören für die Balver Wehr zum Alltag.

Vor diesem Hintergrund ist es nach Meinung der Wehrleitung sehr wichtig, dass die Ausrüstung der Löschzüge so gut ist, dass sie im Ernstfall auch helfen können. Als Beispiel führte Prior die Verkehrsunfälle an. „Es darf nicht sein, dass wir eingeklemmten Menschen, die um ihr Leben bangen, nicht helfen können, weil uns aus Kostengründen die erforderliche Ausrüstung nicht zur Verfügung steht. Es ist egal, ob das Gerät 10 000 oder 20 000 Euro kostet, hier geht es um Menschenleben.“

Lob für Wehr und First Responder

CDU-Ratsmitglied Jörg Roland sagte der Wehr volle Unterstützung zu: „Wir möchten lieber mehr als weniger machen. Die Anschaffung von wichtigen Geräten wird nicht am Geld scheitern.“

Zuvor würdigten die Christdemokraten die sehr gute Arbeit der Balver Feuerwehr. Dabei kamen sie auch auf die First Responder aus Volkringhausen zu sprechen. Sie sind im vergangenen Jahr bereits auf 30 Einsätze gekommen und fahren heuer bis nach Garbeck.

Die Erweiterung des Einsatzgebietes ist nach Aussage von Oliver Prior auf das neue Einsatzfahrzeug, das von der Bürgerstiftung Balve gespendet wurde, zurückzuführen. „Sie sind jetzt einfach schneller unterwegs“, lobte Stadtbrandinspektor Oliver Prior die Arbeit seiner Kameraden aus dem Unteramt.