Mellener Senioren zu Besuch bei Bültmann
16.09.2009 | 19:17 Uhr 2009-09-16T19:17:00+0200Mellen/Küntrop. Mit der Besichtigung der Firma Bültmann in Küntrop hatten sich die Mellener Schützen für ihren Seniorentag ein besonders interessantes Programm ausgesucht, das noch eine unerwartete Aktualität bekam:
Gestern wurde der FirmenChefin Petra Bültmann-Steffin der Deutsche Umweltpreis verliehen. Sie leitet das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Bruder Andreas.
Die Mellener Senioren hatten sich im Kaminraum der Schützenhalle zum Kaffeetrinken getroffen, bevor sie sich auf den Weg nach Neuenrade machten. Für Brudermeister Dirk Neuhaus eine bekannte Strecke, arbeitet er doch bei Bültmann in Küntrop. Vor Ort stellte Petra Bültmann-Steffin das Unternehmen vor, das im Jahr 1972 von ihrem Vater Rudolf Bültmann gegründet worden war. Der war zuvor Betriebsleiter bei Eichelberg in Menden und hatte sich bisweilen über die Qualität von Maschinen geärgert. „Das kannst du besser”, sagte er sich damals, gründete seine eigene Firma und etablierte sich schnell auf dem Markt. Zu den zufriedenen Kunden zählte auch sein alter Arbeitgeber in Menden. Heute beschäftigt das Unternehmen 120 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von 25 Millionen Euro. Hergestellt werden Maschinen und Anlagen für die Halbzeug-Industrie. Mit diesen Maschinen werden Rohre produziert. Zum Beispiel jene Rohre, die in Autositzen und Stoßdämpfern Verwendung finden.
Auch modernste Produktionstechnik wurde den Mellenern während ihres Besuches vorgeführt, so auch eine Maschine, in der die Rohre mit Magnetfeldern transportiert werden. Für ein ebenso revolutionäres Verfahren wird Petra Bültmann-Steffin nun den Deutschen Umweltpreis entgegennehmen: für einen Spezial-Heizer auf Basis der so genannten Hochtemperatur-Supraleiter (HTS). Zum Einsatz kommt er in der Industrie, um etwa Metallblöcke zur Weiterverarbeitung auf die erforderliche Temperatur zu erhitzen. Drei Prozent des weltweiten Stromverbrauchs entfallen darauf, allein in Deutschland 2007 rund 15 Milliarden Kilowattstunden, die Stromproduktion von vier Steinkohlekraftwerken. Mit dem Einsatz der neuen Technologie ließe sich davon mehr als die Hälfte einsparen.
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