Bahnhof Volkringhausen
Lokführer sperrt zehn Kinder aus
08.02.2010 | 21:00 Uhr 2010-02-08T21:00:00+0100Balve. Die Deutsche Bahn sorgt auch auf der Hönneschiene Neuenrade/Menden für große Verärgerung. Denn am Freitag ließ der Fahrer des Hönnetal-Expresses zehn Kinder an der Haltestelle in Volkringhausen stehen, weil er nicht bereit war, ihnen eine Fahrkarte zu verkaufen.
Die Jungen und Mädchen aus Balve wollten gegen 18 Uhr mit dem Schienenbus von Volkringhausen nach Balve fahren. Da es an der Haltstelle in Volkringhausen jedoch keinen Kartenautomaten gibt, waren sie davon ausgegangen, dass der Lokführer sie trotzdem befördert. Sie hatten aber ihre Rechnung ohne ihn gemacht. Die Bitte der Kinder, sie doch einsteigen zu lassen, lehnte er rigoros ab. Keine Fahrkarte, kein Transport, so die Argumentation des Zugführers, der seine Fahrt ohne die zehn Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren fortsetzte.
Kinder riefen die Polizei
Wütend über den Mann wandten sich die Kinder an die Polizei, die wenig später in Volkringhausen eintraf und mit ihnen auf jenen Lokführer wartete, der sie nicht befördert hatte. Von der Polizei am Haltepunkt Volkringhausen angesprochen und darauf aufmerksam gemacht, dass bei einem fehlenden Kartenautomaten Beförderungspflicht besteht, ließ der Lokführer die Beamten wissen: Die Kinder hätten sich die Fahrkarten vorher kaufen können. Ungläubiges Kopfschütteln bei Eltern und Kindern.
Anderer Lokführer nahm Kinder mit
Kurz darauf erfuhren die Polizeibeamten und die Kinder, die sie bis zum Eintreffen eines weiteren Hönnetal-Expresses betreuten, dass es bei der Deutschen Bahn auch anders geht. Der Lokführer des Schienenbusses, der von Menden nach Neuenrade fuhr, hielt gegen 19 Uhr in Volkringhausen an und nahm acht der zehn Kinder auf, zwei von ihnen waren bereits von ihren Eltern wegen Dunkelheit und Regen abgeholt worden.
In Balve am Bahnhof angekommen, mussten sich die jungen Leute am Kartenautomaten Tickets kaufen und sie unter den Augen des Lokführers sofort entwerten.
Noch keine Stellungnahme der Bahn
Eine qualifizierte Stellungnahme der Deutschen Bahn ist laut Pressesprecher Gerd Felser erst am Dienstag möglich: „Wir haben noch nicht mit den Beteiligten reden können.”
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