Levermann glaubt fest, dass Singen Zukunft hat

Offene Probe des MGV Cäcilia Volkringhausen mit Chorleiter Klaus Levermann.
Offene Probe des MGV Cäcilia Volkringhausen mit Chorleiter Klaus Levermann.
Foto: WP

Volkringhausen..  Der Männergesangverein Cäcilia will seinen Weg in die Öffentlichkeit konsequent fortsetzen. Die offene Chorprobe, bei der interessierte Zuhörer den Sangesbrüdern über die Schulter schauen konnten, sei nur der erste Schritt gewesen, betont Chorleiter Klaus Levermann. „Das war nicht als Mitgliederwerbeaktion gedacht. Wir wollen einfach unsere Arbeit offen zeigen“, so Levermann. „Und es waren ja wirklich viele Leute da. Darunter auch viele Frauen unserer Sänger, die sehen konnten, was wir da jeden Freitag überhaupt machen.“

Auch Cäcilia-Vorsitzender Thomas Dodt war vom Interesse an der ersten offenen Chorprobe begeistert: „Die ist so gut angenommen worden, dass wir offene Proben in Zukunft regelmäßig anbieten wollen. Wir haben uns sehr über das Interesse gefreut und hoffen, dass alle Besucher weitersagen, dass es ihnen gefallen hat. Dann kommen nächstes Mal noch mehr.“

Eine weitere Aktion, um mehr Öffentlichkeit herzustellen, ist beim Volkringhauser Männergesangverein bereits in Planung. Demnächst will der MGV Cäcilia zu einem gemeinsamen Singen einladen. „An den Details arbeiten wir noch, aber wir wollen den Leuten anbieten, mit uns zu singen, ohne dass sie gleich in den Verein eintreten müssen“, erklärt Klaus Levermann.

Wenn bei dieser Form der Öffentlichkeitsarbeit am Ende der eine oder andere neue Sangesbruder dazustößt, würde das den Männergesangverein natürlich sehr freuen. Zwei oder drei Besucher der offenen Chorprobe seien auch durchaus interessiert, sich mit dem Thema zumindest zu beschäftigen, weiß Klaus Levermann. Aber konkrete Vereinsbeitritte gebe es noch nicht. „Es wäre auch zu blauäugig von uns, zu glauben, dass wir mit einer offenen Probe gleich neue Sänger gewinnen können“, sagt der Chorleiter. „Volkringhausen ist ein kleiner Ort, und da locken auch die Feuerwehr und der Schützenverein. Viele haben gar nicht die Zeit, sich jeden Freitag zu binden.“

Leben in einer Zeit des Wandels

Der MGV Cäcilia Volkringhausen sehe das ganz gespannt, sagt Klaus Levermann. Er glaube fest, dass Singen eine Zukunft hat: „Man sieht doch an den Neugründungen auch in dieser Region, dass eine Singleidenschaft besteht. Allerdings leben wir in einer Zeit des Wandels, und einige tradierte Chöre werden wohl nicht überleben können.“ Als möglichen Hinderungsgrund für einen Chorbeitritt sieht Klaus Levermann das typische Vereinswesen. Er glaubt, dass für viele Menschen Spaß und Ungezwungenheit wichtiger seien und sie sich nicht auf Jahre binden möchten.

Zudem machen es Entwicklungen in der deutschen Gesellschaft immer schwieriger, Nachwuchs für Gesangvereine zu finden. „Uns fehlen zwei Generationen. Früher war das Singen fest in den Familien verankert, aber in den Schulen wird schön länger kaum noch oder gar nicht mehr gesungen. Und daheim auch nicht“, klagt der MGV-Chorleiter.

Deshalb lautet Levermanns Appell: „Eltern, singt mehr mit euren Kindern.“ In anderen europäischen Nationen gehöre das gemeinsame Singen in der Familie zum Alltag. Das würde er sich auch für Deutschland wünschen.