Landwirte vertrauen bewährtem Team

Bewährtes Team: Die Führungsriege des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Balve um den Vorsitzenden Hubert Sauer (Mitte).
Bewährtes Team: Die Führungsriege des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Balve um den Vorsitzenden Hubert Sauer (Mitte).
Foto: WP

Balve..  Mit der bewährten Führungsmannschaft geht der Landwirtschaftliche Ortsverein Balve in die nächsten drei Jahre. Während der Generalversammlung wurden mit einer Ausnahme alle Ehrenamtlichen in ihren Ämtern bestätigt. Weil Albert Iken nach 25 Jahren als Ortsvertrauensmann für Garbeck nicht erneut kandidierte, tritt Reinhard Linsmann dessen Nachfolge an. Wie alle anderen wurde auch er einstimmig gewählt.

Vorsitzender bleibt Hubert Sauer, sein Stellvertreter Conrad Albersmeier. Martin Schwartpaul-Hermes fungiert weiterhin als Schriftführer und Kassierer. Als Ortsvertrauensleute sind auch in den nächsten drei Jahren folgende Landwirte aktiv: Alfred Reinken (Volkringhausen), Hubert Cordes (Balve), Heiner Lürbke (Beckum), Hubert Sauer (Eisborn), Clemens Gödde (Lan­genholthausen), Heribert Bongard (Mellen). Conrad Albersmeier ist weiterhin Ortslandwirt, Clemens Gödde sein Stellvertreter.

Die Landwirtschaftskammer rät allen Bauern, sich vor Beginn der neuen Förderperiode zum Thema Flächenprämien informieren zu lassen. „Es müssen jetzt Anträge gestellt werden, und es gibt ganz viele Neuerungen“, betont Hubert Sauer. „Dieses Thema sollten Landwirte frühzeitig angehen. Wenn alle erst am letzten Tag kommen, wird es schwierig. So viele Mitarbeiter hat die Landwirtschaftskammer nämlich gar nicht.“

Öffentlichkeitsarbeit

Wichtig ist Hubert Sauer auch die Öffentlichkeitsarbeit. „Es gibt aus bestimmten Ecken Kritik an der Landwirtschaft, so wie wir sie betreiben. Aber wir wollen uns diesen Menschen offen stellen und den Dialog suchen“, betont der Ortsvereins-Vorsitzende. „Sprecht uns an. Wir können Termine auf den Höfen machen und über alles reden. Wir beantworten gerne Fragen, warum wir was und wie machen. Aber wir wollen ins Gespräch kommen und uns nicht im Internet irgendwelche Kommentare um die Ohren kloppen.“

Die Stimmung unter den heimischen Landwirten schätzt Hubert Sauer als verhalten optimistisch ein: „Die Preise sind momentan unten und die Stimmung war schon mal besser. Viele Landwirte sind ein wenig verunsichert. Eine große Frage ist, ob die Lebensmittelpreise dem Ölpreis folgen. Wir wissen nicht, was kommen wird, aber es herrscht keine Endzeitstimmung.“

Günter Buttighoffer, Vorsitzender des Kreisverbandes, wagte einen Ausblick in die nahe Zukunft. Mit besonderem Interesse verfolgen die Milchbauern die Entwicklungen des Marktes. Im Zuge der EU-Agrarreform wird die Milchquote am 1. April 2015 abgeschafft. Dann kann jeder Bauer so viel Milch erzeugen, wie er mag.

Abwärtstrend

Günter Buttighoffer weiß, dass die Abschaffung der Milchquote von den meisten Landwirten begrüßt wird. „95 Prozent der Milchbauern sind für den freien Markt“, sagte der Vorsitzende des Kreisverbandes vor den Balver Landwirten. „Aber die Milchbauern müssen sich ganz neu orientieren.“

In den vergangenen zwei Jahren sei der Milchpreis für die Erzeuger sehr gut gewesen. Wegen schwieriger Bedingungen auf den Weltmärkten befindet sich der Milchpreis zwar aktuell auf einer Talfahrt, aber Buttighoffer ist zuversichtlich, dass der Abwärtstrend bald endet und die Milchpreise im Sommer wieder steigen. Allerdings sei eine Prognose im Moment schwierig, weil man zunächst abwarten müsse, wie sich das Auslaufen der Quote auswirken werde. Dass ab April alle Milchbauern ihre Milchproduktion gewaltig steigern werden, hält Günter Buttighoffer allerdings für wenig wahrscheinlich: „Das kann man nicht beliebig ausweiten, denn der Viehbesatz ist an die vorhandene Fläche gebunden.“

Volatile Märkte gewohnt

Der Vorsitzende des Kreisverbandes informierte auch, dass die Schweinebauern über sehr niedrige Preise klagen: „Die Schweinepreise sind auf einem Wahnsinns-Tief. Aber im Gegensatz zu den Milchbauern, die immer gut kalkulieren konnten, sind die Schweinebauern solche volatilen Märkte gewohnt. Wenn die Gewinne machen, legen sie immer etwas zurück.“