Kreuzweg in Garbeck nun wieder vollständig

Gundhild Busche, Gerd Jörgens, Diakon Gerd Eisenberg und Monika Vielhaber (von links).
Gundhild Busche, Gerd Jörgens, Diakon Gerd Eisenberg und Monika Vielhaber (von links).
Foto: WP

Garbeck.. Mit den Worten „Verlass uns nicht“ ist das 16. Kreuzweg-Relief auf dem Liboriweg in Garbeck überschrieben. Doch im August 2014 ist es plötzlich verschwunden, mutmaßlich gestohlen. Empörung bei der Katholischen Frauengemeinschaft Garbeck, die den Kreuzweg unterhält, und den Bürgerinnen und Bürgern im Ort. Nun ist der Kreuzweg wieder vollständig. Diakon Gerd Eisenberg hat das neue Relief – erstellt von Künstler Gerd Jörgens aus Garbeck – an der 16. Kreuzweg-Station gesegnet.

Kalt ist es an diesem Nachmittag, als die Katholische Frauengemeinschaft Garbeck den Kreuzweg in der Winterlylt geht. Tief hängen die Wolken, es sieht nach Regen aus. Ein eisiger Ostwind schneidet ins Gesicht. „Der Kreuzweg muss mehr sein als nur Schmuck unserer Kirche“, liest Monika Vielhaber vor. „Er soll ein Zeichen der Hoffnung sein. Weil unser Weg auch der Weg Jesu war, wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wie immer er auch aussehen mag. Gottes Kraft und Güte kann jeden Weg gut ausgehen lassen.“ Dann lädt sie dazu ein, die Figuren des Kreuzweges „besinnlich, gläubig und betend anzuschauen“.

Trägersteine aus Granit angeschafft

Bevor wir die 1. Station, das 1. Bild mit dem Titel „Verurteilt“ erreichen, bleibt Zeit für einen Rückblick. 16 Reliefs aus Bronze schmücken den Liboriweg in Garbeck. Sie stammen von der Künstlerin Margarethe Wiggen. Im Jahr 1971 werden sie aus Mitteln der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Garbeck erworben. 30 Jahre später, im Juli 2001, schafft die kfd Trägersteine aus Granit an. Der Kreuzweg wird an beiden Seiten der Liborikapelle aufgestellt.

Edith Iken bemerkt im Vorjahr das Fehlen des 16. Reliefs. Sie informiert Gundhild Busche aus dem Führungsteam der Frauengemeinschaft, die ebenfalls bestürzt ist. „Das ist ein enormer Verlust“, sagt Busche. Ein Nachbau kostet viel Geld. Zu viel Geld für die Katholische Frauengemeinschaft.

Als Künstler Gerd Jörgens von dem schweren Verlust erfährt, ist auch er geschockt – und gewillt, für Ersatz zu sorgen. Er nimmt Kontakt mit dem Sohn der Künstlerin Margarethe Wiggen auf. Doch das Original – in Wachs gefertigt – ist verloren gegangen, vielleicht auch ein Unikat. Jörgens erhält aber ein Foto, modelliert in Beton und verwendet amerikanisches Bronze. Auf die Bronze-Statue streicht er grünes Patina. „Rund 14 Tage haben die Arbeiten gedauert“, berichtet der Fachmann, dann ist sein Relief fertig. Die neue künstlerische Darstellung beeindruckt die Frauen aus Garbeck. „Wunderschön“, sagt Gundhild Busche.

Herausforderung an die Menschen

Der Kreuzweg beschränkt sich auf das Wesentliche: Christus begegnet uns in jedem Menschen, der Unrecht leidet, der Opfer ist von Lieblosigkeit und Gewalt, von Hass und Gemeinheit. Jede Station des Kreuzweges soll eine Herausforderung an die Menschen von heute sein, dem Hass die Liebe und dem Bösen das Gute entgegen zu setzen.

An der 16. Station angelangt, segnet Gerd Eisenberg das neue Relief und lobt den Künstler Gerd Jörgens für seine hervorragende Arbeit. „Sehr gut“, sagt der Diakon. „Und welch ein schöner Anblick, dass der Kreuzweg wieder vollständig ist.“

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