Kreispolitiker nehmen Straßen unter die Lupe

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Balve..  Wenn eine Gruppe Kommunalpolitiker im großen Bus durch die Gegend fährt, mag das zwar ein wenig an einen Betriebsausflug erinnern, hinter der Tour des Bau- und Straßenausschusses des Märkischen Kreises steckt jedoch mehr.

„Wir führen solche Bereisungen der Kreisstraßen regelmäßig durch, aber auch nicht zu eng getaktet“, erklärt Michael Brosch, Leiter des Regiebetriebs Gebäudemanagement/Kreisstraßen. „In diesem Jahr halte ich die Bereisung für besonders sinnvoll, weil es die erste Kreisstraßenbereisung nach der Kommunalwahl war. In einer Stadt kennen sie als Kommunalpolitiker ihre Straßen, die Probleme und auch die Bedarfe, weil sie als Balver Ratsmitglied die Ortsnähe haben.“

Für die Kreispolitiker in Lüdenscheid gilt dies jedoch nur bedingt. „Bei uns ist das völlig anders“, so Michael Brosch. „Wir haben einen Flächenkreis. Und wenn sie aus Balve kommen und sich über Probleme in Meinerzhagen unterhalten, dann ist es oft schwierig, zu gemeinsamen Prioritäten zu kommen. Damit wir ein Stück vom Kirchturmdenken wegkommen, und als Kreis die Prioritäten in unserem Gesamtstraßennetz einvernehmlich definieren können, hat es sich als sehr hilfreich erwiesen, alle zwei Jahre die Dinge auch vor Ort anzusehen.“

Ihre jüngste Tour führte die Ausschussmitglieder zu großen Teilen durch das Gebiet der Stadt Balve. „Wir haben wir uns einige Dinge angesehen, die in jüngster Zeit von uns realisiert worden sind“, erklärte der Manager des Märkischen Kreises. „Und da lag der Schwerpunkt im Bereich Balve.“

Der Ausbau der Kreisstraße 12/14 zwischen Neuenrade und Balve gehörte zu den ersten Zielen des Bau- und Straßenausschusses. „Das neue Teilstück ist aus Sicht aller Beteiligten sehr gut und sehr hochwertig geworden“, sagte Michael Brosch. „Einhellige Meinung war, dass dieser Ausbau wichtig war, weil dort ein Unfallschwerpunkt lag. Wir hoffen, dass sich die Situation durch den Ausbau entspannt.“

Kreis saniert in Garbeck nicht

Auch für die Verkehrssituation in Garbeck interessierten sich die MK-Politiker sehr. Nach Fertigstellung der Ortsumgehung soll sich das Straßenbild im Ortskern ändern. „Nach dem Bau der K12n haben wir als Straßenbaulastträger mit der Stadt Balve vereinbart, bestimmte Bereiche abzustufen und in die kommunale Trägerschaft zu übergeben“, erklärt Michael Brosch. „Wenn der Straßenbaulastträger wechselt, gibt es oft die Problematik, dass die Straße in einwandfreiem Zustand zu übergeben ist.“

Der Fachbereichsleiter betont, dass Märkischer Kreis und Stadt Balve sich einig seien, die herabzustufenden Straßen im Ist-Zustand zu übergeben. „Wir werden als Kreis keine eigenen Sanierungen durchführen. Vorhandene Schäden werden gemeinsam aufgenommen und bewertet“, so Brosch. „Für solche Punkte sind wir immer offen. Für uns als Kreis ist das unterm Strich finanziell letztlich egal.“

Chance für neue Mitte

Der Märkische Kreis wird der Stadt Balve eine entsprechende Entschädigung zahlen. Das Geld vom Kreis soll für die Gestaltung der Straßen in einem Gesamtkonzept verwendet werden. So hat Garbeck die Chance, in naher Zukunft eine neue Mitte erhalten.