Kleines Gespenst erobert die Herzen in Balver Höhle

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Was wir bereits wissen
Das Familienmusical "Das kleine Gespenst" von Otfried Preußler hatte jetzt Premiere in der Balver Höhle. Die Aufführung erntete viel Applaus.

Balve.. Circa 1,55 Meter groß, wünscht es sich nichts sehnlicher, als die Welt einmal am Tage zu sehen. Fehlerlos und cool gespielt von der 12-jährigen Lina Schulte, erobert das kleine Gespenst bei der Deutschen Erstaufführung in der Balver Höhle auf Anhieb die Herzen der 550 Besucher. Nur wenige Plätze bleiben unbesetzt – das hat es bei einer Premiere schon lange nicht mehr gegeben.

Familie Harde aus Wuppertal ist zum ersten Mal im Felsendom. Die Schwiegermama aus Schwelm hat in der WP gelesen, dass das kleine Gespenst in der größten offenen Kulturhöhle Europas aufgeführt wird. „Deshalb verzichten wir auf das Heimspiel von Borussia Dortmund“, berichtet Papa Henrik. Ehefrau Angelika und die beiden Söhne Florin und Niilo sind nicht böse – im Gegenteil. „Ich kenne die Geschichte aus dem Buch“, sagt Florin stolz. Und: „Das kleine Gespenst hier ist aber viel besser.“ Seine Eltern begeistert das Familienmusical auch, aber vor allem das einzigartige Ambiente. „Wir sind zum ersten Mal hier, aber definitiv nicht zum letzten Mal.“ Die rund 80 Kilometer lange Anfahrt nach Balve haben sie sich vorab noch mit einer Wanderung rund um den Sorpesee versüßt.

Schulvorstellungen sind sehr beliebt

Den Festspielverein Balver Höhle mit aktuell 120 Aktiven wird es freuen, die Familie Harde aus Wuppertal als Fan gewonnen zu haben. Überhaupt fällt die Bilanz nach zwei kurzweiligen Stunden sehr gut aus. „Wir hatten noch nie so viele Kinder bei einer Premiere“, sagt die 2. Vorsitzende Uta Baumeister. Vor allem in den letzten Tagen hat der Verkauf angezogen – von 400 am Donnerstag auf 550 verkaufte Karten am Samstag. Die Prognose für die nächsten Aufführungen ist gut. Vier Schulvorstellungen sind ausverkauft, drei weitere kurz davor.

Das ist vor allem ein Verdienst von Regisseurin Anke Lux, die kreuz und quer durch den Kreis gefahren ist, um in den Grundschulen die Werbetrommel für das kleine Gespenst zu rühren. An ihrer Seite steigt seit 2010 Jahr für Jahr das Niveau des Ensembles. „Wir hoffen, dass uns Anke noch lange erhalten bleibt“, sagt Uta Baumeister.

Flotte Tänze und witzige Songs für Kinder ab vier Jahren, die Michael Wiehagen schon vor 30 Jahren geschrieben, nun entstaubt und für die Höhle aufbereitet hat, lassen das kleine Gespenst zu einer fröhlichen Familiengeschichte werden.

Tendenz geht wieder zu zwei Stücken

„Mindestens 60 Prozent Auslastung beim Gespenst und dem Glöckner von Notré Dame sind das Ziel“, sagt Festspielvereins-Vorsitzende Lisa Grefe. „Ich denke, das schaffen wir.“ Bei der Frage, ob auch 2016 ein Kinder- und ein Erwachsenenstück einstudiert werden, haben die fleißig probenden Schauspieler ein Mitspracherecht. „Die Tendenz geht wieder zu zwei Stücken“, so Uta Baumeister vielsagend.