Kleine Kirche wird zur Großbaustelle

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Was wir bereits wissen
Der Umbau der evangelischen Kirche geht mit großen Schritten voran. Vergangene Woche wurde die Orgel in ihre Einzelteile zerlegt und aus der Kirche gebracht.

Balve..  In diesen Tagen werden die Kirchenbänke abmontiert – und in der nächsten Woche soll schon mit den Rohbauarbeiten begonnen werden. Spätestens dann gleicht das Innere der kleinen Kirche an der Hönnetalstraße eher einer Großbaustelle denn einem sakralen Raum.

Doch dieser Zustand soll nicht von langer Dauer sein. Die mit dem Umbau beauftragte Architektin Hedda Harendza aus Hagen kündigt an, dass die Renovierung kurz nach den Sommerferien abgeschlossen sein wird. Der Bauzeitenplan sei so großzügig aufgestellt, dass auch kleinere Probleme nicht zu größeren Verzögerungen führen sollten. Auch Silke Hoppe und Jutta Wilmes vom Bauausschuss sind sich sicher, dass die Gemeinde spätestens im September, vielleicht auch schon im August, wieder in ihre Kirche einziehen kann.

Das Gotteshaus wird sich dann nicht nur mit aufgearbeiteten Kirchenbänken, ausgetauschtem Natursteinboden und frisch gestrichenen Wänden in neuem Glanz präsentieren, sondern auch durch bauliche Veränderungen seine Aufgabe als Ort für Gottesdienste noch besser erfüllen können.

„Die gravierendste Veränderung ist sicherlich die Erhöhung der Apsis“, sagt Silke Hoppe. Sie wird demnächst bis fast an die Decke des Kirchenraumes reichen und erhält auch ein entsprechend höheres Kirchenfenster. „Eine höhere Apsis gibt der Kirche gleich ein anderes Bild. Die Reaktion der Gemeinde auf diese Maßnahme war genial. Alle waren sofort dafür“, freut sich Presbyterin Silke Hoppe. „Dadurch wird der Raum in seiner Vertikalen betont“, erklärt die Hagener Architektin Hedda Harendza.

Auch wird das Podest im Altarraum deutlich vergrößert. So rücken Pfarrer und Gemeinde näher zusammen. Das neue Podest ist auch als Bühne für Krippenspiele oder andere Aufführungen geeignet und bietet bei Taufen und beim Abendmahl deutlich mehr Platz. Architektin Hedda Harendza sieht das um zweieinhalb Meter nach vorne gezogene Podest auch als Möbel an und sagt: „In Zukunft ist das Podest nicht mehr nur für den Pfarrer da. Da dürfen auch andere teilnehmen.“

„Aus der Gemeinde kamen Stimmen, die sagten, das sei hier schon ganz nett, habe aber eher Wohnzimmercharakter und weniger Sakrales oder Erhabenes“, weiß die Architektin. Mit einer klaren Gestaltung und einem kontrastierenden Farbkonzept, das dunkle, erdige Böden und den Erhalt der prägnanten dunklen Deckenbalken vorsieht, soll die Kirche aufgeräumter und wieder stärker als Kirche wirken.

Normales Gemeindeleben

Bis es soweit ist, werden die Gottesdienste im Gemeindehaus stattfinden. Und das – zumindest in den ersten Wochen – ohne Einbußen bei den Besucherzahlen. Dem Presbyterium ist es wichtig, dass das ganz normale Gemeindeleben auch während der mehr als halbjährigen Umbauarbeiten in gewohnter Weise weitergeht. „Alles findet statt wie immer“, sagt Jutta Wilmes. „Es wird wieder das Osterfrühstück geben. Und auch die Konfirmanden haben sich einstimmig für das Gemeindehaus als Ort ihrer Konfirmation ausgesprochen.“