Keine Beweise für einen Computerbetrug

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Was wir bereits wissen
Richtig Licht ins Dunkel konnte auch die Verhandlung im Amtsgericht Menden nicht bringen.

Balve/Menden..  Dort war ein 16-jähriger Jugendlicher aus Neuenrade in einer nicht-öffentlichen Sitzung wegen Computerbetruges angeklagt. Er soll am 19. Oktober 2014 von einer Kreditkarte, die dem Vater seines Freundes aus Balve gehörte, einen kleineren Geldbetrag abgehoben haben.

Letztendlich wurde das Verfahren gegen den 16-Jährigen aber eingestellt, berichtet Richter Hennemann auf Nachfrage unserer Zeitung. Denn das Gericht hatte nicht nur Zweifel an der Einlassung des Angeklagten, der von einem „Versehen“ sprach, sondern stellte auch Ungereimtheiten bei der Aussage des maßgeblichen Zeugen fest.

Hatten mehrere Jugendliche aus dem Freundeskreis die Kreditkarte des Vaters heimlich genutzt, um Zigaretten zu bezahlen? Der Verdacht liegt nach der Verhandlung im Amtsgericht Menden zumindest nahe. Die Abgabe, der Verkauf und die Weitergabe von Tabakwaren an Kinder und Jugendliche ist laut Jugendschutz verboten, und auch die Zigarettenautomaten sind heute technisch so ausgestattet, dass eine Entnahme von Zigaretten durch unter 18-Jährige nicht möglich ist. Seit 2009 akzeptieren die Automaten zur Bezahlung nur noch EC-Karten mit entsprechender Altersangabe oder den EU-Führerschein.

Strafrechtlich war der 16-Jährige aus Neuenrade bislang nicht in Erscheinung getreten, und auch sonst gab es keine Auffälligkeiten bis auf Probleme innerhalb der Familie.

Weil die Tat nicht lückenlos bewiesen werden konnte, stellte Richter Hennemann das Verfahren schließlich ein.